Harakiri-Friseure in Eichenau

Pferde mit Haushaltsschere verunstaltet

Die Pferde auf der Koppel in der Nähe von Gut Roggenstein sind verunstaltet worden.

Eichenau – Stümperhaft und vermutlich mit einer Haushaltsschere haben bislang Unbekannte die Mähnen von Pferden abgeschnitten. Lesen Sie die ganze Geschichte von Westernpferd Sunny und einem Traber namens Perfekt.

Sunny und Perfekt sind oft auf ihrer Koppel auf einem Hof in der Nähe von Gut Roggenstein. Und sie fühlen sich dort sehr wohl. Als ihre Besitzerin allerdings eines Tages kam, um sie zu Füttern, bemerkte sie schon von weitem, dass die Tiere ungewöhnlich nervös waren. Und dann sah sie den Grund: Jemand hatte den Pferden die Mähnen geschnitten – stümperhaft, vermutlich mit einer Haushaltsschere.

„Speziell Sunny sieht furchtbar aus. Auf den Leonhardi-Ritt würde ich mich auch mit Perfekt so nicht trauen“, sagt die 55-Jährige. Eine schöne, lange Mähne ist die Zierde jedes Westernpferdes. Die von Sunny war deshalb seit seiner Geburt vor 15 Jahren noch nie geschnitten worden. „Es dauert ungefähr zwei Jahre bis er wieder normal ausschaut, so wie vorher wird die Mähne viele Jahre nicht mehr sein“, erklärt die Fürstenfeldbruckerin. „Es ist eine Frechheit, fremden Tieren die Mähnen zu schneiden!“

Die 55-Jährige hat die Verunstaltung inzwischen der Polizei gemeldet. Nicht wegen des materiellen Schadens, der ist wohl kaum zu beziffern. Auch nicht wegen der Bestrafung der Harakiri-Friseure. Sondern aus Sorge, es könne noch viel Schlimmeres passieren. Die Pferdebesitzerin hat nämlich einen Verdacht, auf wessen Konto der missglückte Haarschnitt geht. „Ich bin mir sicher, dass es Kinder oder Jugendliche gewesen sein müssen.“ Die 55-Jährige hat schon öfter Buben und Mädchen an der Pferdekoppel beobachtet.

Der Hof liegt in der Nähe von Wohngebieten, für Kinder natürlich ein spannender Spielplatz. „Sie haben Sunny und Perfekt fotografiert und ihnen ab und an Zöpfchen geflochten.“ Aus Abenteuerlust wagen sich die Kinder immer wieder bis auf die Koppel vor, versuchten wohl auch schon auf die Rücken der Pferde hinaufzuklettern.

Die Pferdebesitzerin ist von solchen Besuchern wenig begeistert – aus Angst um ihre Tiere und vor allem aus Angst um die Kinder. Denn wenn die Vierbeiner nervös werden, kann es für die jungen Abenteurer echt gefährlich werden. „Meine eigene Tochter wurde erst vor kurzem von einem Pferd getreten.“ Sie brach sich dabei den Kiefer. „Das ist kein harmloses Abenteuer“, warnt die Besitzerin.

Für Sunny und Perfekt kann es besonders immer dann unangenehm werden, wenn die neugierigen Gäste sie füttern. Von falschem Futter können die Tiere schwer krank werden. „Meine beiden leiden immer wieder über längere Zeit an Durchfall“, erklärt die Bruckerin. Als Grund vermutet sie Leckerlis wie Zuckerstücke. Und wenn die Annäherungsversuche der Kinder zu stürmisch waren, sind Traber und Westernpferd danach auch ihr gegenüber ungewöhnlich scheu.

Die Pferdebesitzerin appeliert nun speziell an Eltern in der Gegend, die Aktivitäten ihrer Sprösslinge zu kontrollieren. Schilder haben bis jetzt wenig bewirkt, und rund um die Uhr kann die ehrenamtlich engagierte Hausfrau nicht vor Ort sein.

Franziska Stadlmayer

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