Rauchschwaden über Freising: Bus in Flammen

Freising - Die Rauchschwaden standen meterhoch über der Dr.- von-Daller-Straße: Am Dienstagvormittag kurz nach 8 Uhr brannte ein leerer RVO-Linienbus aus.

„So etwas ist mir in 40 Jahren Arbeit noch nie passiert“, zeigte sich Kaspar Kufer geschockt. Der 68-jährige Fahrer war mit seinem Linienbus von Hohenkammer nach Freising unterwegs. Das Fahrzeug sollte zur Wartung gebracht werden, gab Kufers Chef an. Auf der Dr.-von-Daller-Straße (B 11) bei der Einmündung zur Heiliggeistgasse quoll plötzlich Rauch in den Innenraum des Wagens. Der 68-Jährige lenkte das Fahrzeug an den Straßenrand, wo es neben einem Geschäftshaus zum Stehen kam.

Rauchschwaden über Freising: Bus in Flammen

Nachdem er sofort die Feuerwehr alarmiert hatte, begann Kufer geistesgegenwärtig die entgegenkommenden Autofahrer zu warnen und anzuhalten. Als die Floriansjünger anrückten, stand der Bus dann bereits in Flammen: „Es ging alles sehr schnell.“ Die Flammen schlugen aus den geborstenen Scheiben und aus dem Kunststoffdach, das ebenfalls komplett verbrannte. Binnen weniger Minuten stieg eine weithin sichtbare schwarze Rauchsäule in den morgendlichen Freisinger Himmel. Als die Feuerwehr aus der Hauptwache mit ihrer ersten Mannschaft anrückte, war laut Stadtbrandinspektor Anton Frankl sofort klar: „Es musste nachalarmiert werden.“ Die Flammen hatten laut Kommandant Frankl „etliche hundert Grad an Hitze entwickelt“. So waren letztlich 35 Einsatzkräfte, die mit insgesamt sieben Fahrzeugen vor Ort waren, auch damit beschäftigt, das angrenzende Geschäftshaus zu schützen.

Die Flammen im Bus waren unter Einsatz von Löschschaum rasch unter Kontrolle. Aber dennoch ließ sich ein Schaden am Haus nicht vermeiden: Durch die enorme Hitze waren die Schaufenster-Scheiben des Matratzen-Outlets geborsten, ein Teil der Ware im Verkaufsraum wurde beschädigt. Sogar im ersten und im zweiten Stock des Gebäudes zersprangen aufgrund der Hitze die Scheiben zweier Wohnungen. Auch die Ampelanlage zur Heiliggeistgasse wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Der Schaden ist enorm: Der ausgebrannte Bus wird mit 50 000 Euro beziffert, im Outlet werden für kaputte Scheiben und verkohlte Matratzen ebenfalls rund 50 000 Euro angesetzt. Der Schaden an der Ampel muss erst noch geschätzt werden.

Die Polizei Freising musste die B 11 bis zum Nachmittag einseitig sperren. Der Bauhof richtete eine Bedarfsumleitung ein, damit der Bus abgeschleppt werden konnte, den jetzt ein Gutachter unter die Lupe nimmt. Außerdem wurden Räumfahrzeuge geordert, die das Löschwasser-Schaum-Gemisch wegräumten und wegen der Minusgrade die Straße salzten.

Wolfgang Schnetz und Sebastian Panholzer

Rubriklistenbild: © Lehmann

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