Einladung in Tutzing: Neuer Wirbel um Sarrazin

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Thilo Sarrazin sorgt wegen einer Einladung nach Tutzing für Wirbel

Tutzing - Thilo Sarrazin sorgt wieder für Ärger. Das Ex-Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank ist zu einem Streitgespräch Tutzing eingeladen. Die Grünen sind empört.

Die Frühjahrstagung des Politischen Clubs an der Evangelischen Akademie Tutzing wird sich heuer von 18. bis 20. März mit der Integration von Einwanderern und ihrer Nachkommen befassen. Das Motto stellt die Worte von Bundespräsident Christian Wulff „Der Islam gehört zu Deutschland“ dem Titel von Sarrazins Buch als Frage entgegen: „Schafft sich Deutschland ab?“

Skandal um Sarrazin: Das sind die umstrittenen Zitate

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Sarrazin ist an den Starnberger See eingeladen, um mit dem ­Generalsekretär des deutschen Schriftstellerclubs PEN, Professor Johano Strasser, ein Streitgespräch zu führen. Auch der Penzberger Imam Benjamin Idriz (siehe auch Seite 11), der Zentralratsvorsitzende der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, der Reiseveranstalter Vural Öger, Vertreter der Kirchen und SPD sowie CDU werden diskutieren und referieren. Die Münchner Soziologie-Professorin Paul-Irene Villa hingegen zog ihre Zusage allerdings zurück, als sie von Sarrazins Einladung hörte.

Auch die Grünen sind entsetzt. In einem offenen Brief kritisieren der Landesvorsitzende Dieter Janecek und seine Bundeskollegin Claudia Roth die Einladung des Buchautors. Sarrazin haben mit seinem Buch ein „demagogisches Machwerk“ abgeliefert, in dem er seiner islamfeindlichen Haltung mit sehr fragwürdigen Methoden den Anschein wissenschaftlicher Stichhaltigkeit zu geben versuche. „Vor diesem Hintergrund können wir die Einladung von Herrn Sarrazin in Ihre hoch angesehene Institution nicht nachvollziehen. Zumal ein Auftritt Sarrazins ja nicht nur der Akademie Tutzing schweren Schaden zufügt, sondern auch dazu beiträgt, einen Demagogen mit Hilfe und auf Kosten des guten Rufs der Akademie salon­fähig zu machen,“ heißt es in dem Brief.

Der Leiter des Politischen Clubs, Ex-Finanzminister Hans Eichel (SPD), ist stinksauer auf die Grünen: „Das ist unverschämt, so kommt die politische Debatte in Deutschland nicht voran. Ich bin einigermaßen fassungslos, dass man solche Diskussionen nicht führen darf, wenn es nach den Grünen ginge.“ Der Direktor der Akademie, Dr. Friedemann Greiner, stellt klar: „Es ist kein Festvortrag, den Herr Sarrazin hält, sondern er stellt sich der Diskussion, es wird eher ungemütlich für ihn werden.“ Man müsse sich mit seinen Thesen auseinandersetzen, da Millionen Bürger ihnen anhingen.

J. Welte

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