Eklat beim Politischen Aschermittwoch: Wirt setzt Frankenberger vor die Tür

Abgewiesen: ÖDP-Bundesvorsitzender Sebastian Frankenberger (M.) mit Stefan Grabrucker (l.) und Stephan Treffler. ham

Erding - Kaum drinnen, war er auch schon wieder draußen. ÖDP-Bundeschef Sebastian Frankenberger wurde am Mittwoch Abend vom Wirt der Erdinger Post, Bernhard Rötzer, vor die Tür gesetzt.

Um 20 Uhr hätte der Politische Aschermittwoch der Erdinger ÖDP im Gasthaus zur Post beginnen sollen. Als Hauptredner war Sebastian Frankenberger vorgesehen, Bundesvorsitzender der Ökodemokraten und Vater des Nichtraucherschutz-Volksbegehrens. Um kurz nach 19 Uhr betrat Frankenberger das Lokal. Lange blieb er nicht. Bernhard Rötzer, Traditionswirt der Gaststätte, machte ihm höflich, aber unmissverständlich klar, dass er hier nicht erwünscht sei.

Nach und nach trudelten die Zuhörer ein, darunter Kreisvorsitzender Stephan Treffler, Ortschef Stefan Grabrucker sowie die Stadt- und Kreisräte Roswitha Bendl und Helmut Trinkberger. Sie legten bei Rötzer ein gutes Wort ein. Doch der blieb hart: „Herr Frankenberger hat hier Hausverbot.“ Daraufhin musste kurzerhand ein Ausweichlokal gefunden werden. Die Versammlung fand schließlich mit einiger Verspätung im Hotel Henry statt.

Frankenberger versicherte, so eiskalt sei er noch nie abserviert worden. Unverständnis auch bei Treffler: „Ich habe bei Herrn Rötzer eine Veranstaltung angemeldet.“ Treffler gab allerdings zu, dass er nicht gesagt habe, wer der Hauptreferent sei.

Diese Darstellung bestätigte Rötzer auf Nachfrage unserer Zeitung: „Das Hochzeitszimmer war gebucht. Ich habe auch kein Problem, damit dass die Erdinger ÖDP hier eine Versammlung abhält. Ich habe eine eigene Servicekraft dazugeholt, es ist eingedeckt.“ Doch bei Frankenberger blieb er hart: „Er kann von uns Wirten kein Verständnis erwarten und auch nicht, dass wir ihm Tür und Tor aufhalten.“ Rötzer versicherte, schon vor dem strengen gesetzlichen Rauchverbot sei die Post als Speiselokal rauchfrei gewesen. „Mich ärgert aber, dass ausgerechnet Bayern der Vorreiter in Sachen Intoleranz ist.“ Die freiwillige Regelung habe bestens funktioniert. Für den jetzigen Zwang mache er Frankenberger als Initiator des Begehrens verantwortlich.

Auf die Frage, ob er der Presse und den Plakaten nicht entnommen habe, wer zur ÖDP spricht, erwiderte Rötzer: „Bei uns war bis gestern Fasching. Da habe ich für so etwas keinen Blick.“

Hans Moritz

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