Harte Strafe

Elf Taten in einem Monat: Junger Serieneinbrecher muss ins Gefängnis

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Einer von mindestens elf Tatorten: In den Kiosk am Kronthaler Weiher im Norden Erdings war der 21-Jährige im Sommer vorigen Jahres eingebrochen.

Einbrüche sind im Landkreis Erding an der Tagesordnung und verunsichern die Bevölkerung enorm. Im September vorigen Jahres ist es der Polizei gelungen, einen Serientäter festzunehmen. Mindestens elf Einbrüche binnen eines Monats im gesamten Landkreis gehen auf sein Konto.

Erding - Am Dienstag musste sich der 21 Jahre alte Mann, der kurz vor seinem Beutezug von Österreich nach Dorfen gezogen war, vor dem Amtsgericht Erding verantworten. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Michael Lefkaditis verurteilte ihn zu einem Jahr und acht Monaten Haft ohne Bewährung.

Damit verhängte das Gericht eine härtere Strafe als sogar die Staatsanwaltschaft gefordert hatte. Deren Vertreter Roland Zimmermann hatte auf zwei Jahre Gefängnis auf Bewährung unter Vorbehalt plädiert – „und das mit Bauchschmerzen“, so Zimmermann. Verteidiger Martin Paringer hatte ein Jahr und sechs Monate auf Bewährung für ausreichend erachtet.

Zu Prozessbeginn hatte Zimmermann in seiner Anklageschrift elf Einbrüche zwischen August und September 2016 aufgelistet, darunter in einen Blumenladen in Dorfen, in eine Waschanlage in Taufkirchen, in ein Fotogeschäft in Markt Schwaben, in eine Wartenberger Tankstelle und einen dortigen Getränkemarkt, in mehrere Vereinsheime in Schwindegg, Erding und Schwindkirchen sowie in den Minigolf-Kiosk am Kronthaler Weiher in Erding.

Der Angeklagte war nicht nur bei der Polizei geständig, sondern auch vor Gericht. Auf die Spur gekommen war ihm die Kripo, da der Heranwachsende immer nach dem gleichen Schema vorgegangen war: Mit brachialer Gewalt hatte er Türen und Fenster geknackt und sich dann bedient. Der Staatsanwalt hielt ihm einen Beuteschaden von fast 9000 und einen Sachschaden von annähernd 10 000 Euro vor. Bei einigen Taten war der 21-Jährige von Videokameras gefilmt worden. Auch seine DNA konnte an dem einen oder anderen Tatort sichergestellt werden. Die Beute fand die Polizei bei ihm zu Hause.

Zur Erklärung gab der junge Mann, der wegen ähnlicher Taten und Drogenkonsums mehrfach vorbestraft ist und auch schon im Gefängnis gesessen hat, an, dass er nach teilweisem Überwinden seiner Drogensucht einem Konsumrausch erlegen sei. Um die Schulden zu begleichen und deretwegen nicht wieder ins Gefängnis zu müssen, habe er die Diebstähle begangen.

In der Verhandlung kam – allerdings nicht-öffentlich – seine schwere Kindheit zur Sprache. Derzeit befindet er sich in einer Drogentherapie. Seine Mutter hat ihn in einem neu gegründeten Kurierdienst fest angestellt. Allerdings hat der Mann nicht mal einen Führerschein.

In seinem Schlusswort erklärte der Neu-Dorfener reumütig: „Ich habe oft Scheiße gebaut. Dabei wünsche ich mir einfach nur ein normales Leben. Ich möchte in Ruhe und Frieden leben, ja, vielleicht sogar langweilig. Ich bin es satt, immer nur Probleme zu haben, auch wenn ich weiß, dass ich selbst Schuld daran habe.“

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