Video: Drama im Familienidyll

Warum mussten Moritz (4) und Johannes (6) sterben?

Emmering - Am Freitagabend hat sich in Emmering (Landkreis Fürstenfeldbruck) ein schreckliches Familiendrama ereignet. Eine Mutter soll ihre beiden kleinen Kinder getötet haben.

Familiendrama in Emmering: Mutter tötet ihre beiden Buben

Es ist ein liebevoll gepflegter Garten mit Sonnenblumen und bunten Figuren in einem Neubauviertel im Landkreis Fürstenfeldbruck, hinter dem sich die Tragödie mit drei Toten ereignet: Eine 38-Jährige tötet ihre beiden kleinen Söhne und sich selbst.

Angeblich hatte die Frau kurz vor der Tat noch mit ihrem Ehemann telefoniert. Als der Familienvater gegen 23.15 Uhr am Freitag nach Hause kam, fand er die Leichen seiner 38 Jahre alten Frau und die der vier und sechs Jahre alten Buben. Sie lagen offenbar in ihrem Kinderzimmer. Der 45-Jährige alarmierte die Polizei.

Warum tötete die 38-Jährige ihre Söhne und sich selbst?

„Der Mann stand unter Schock“, sagte ein Sprecher der Polizei am Samstag. „Wir haben ihn gleich kurz befragt, aber da war in diesem Moment nicht viel zu erfahren.“ Die Polizei sicherte am Samstag die Spuren in dem Wohnhaus in der 6500 Einwohner großen Gemeinde Emmering. Die Rollläden sind danach heruntergelassen. Wäre die Türe nicht von der Kripo versiegelt, könnte man meinen, die Familie sei in Urlaub. Es handelt sich um ein schmuckes Einfamilienhaus mit einem gepflegten Garten, in dem farbige Holzblumen im Gras stecken. Auf einem symbolischen Hinweisschild sind zwei spielende Kinder abgebildet.

Wann genau sich die Tat ereignet hat, ist noch unklar. Im Laufe des Freitags sollen die Buben noch fröhlich mit Nachbarskindern in dem Neubaugebiet gespielt haben.

Die näheren Umstände der Tat in dieser Idylle sind noch noch nicht klar. Die Obduktion der Leichen am Samstag ergab allerdings, dass die beiden Buben erstickt wurden - die Mutter starb durch Erhängen. 

Zu möglichen psychischen Problemen der Frau oder Familienstreitigkeiten als Hintergrund sagten die Ermittler nichts.

Familiendrama in Emmering: Mutter tötet ihre beiden Buben

Familiendrama in Emmering: Mutter tötet ihre beiden Buben

In der Nacht waren die Kripo Fürstenfeldbruck, die Spurensicherung, die Staatsanwaltschaft, Rettungswagen und Notarzt vor Ort. Auch am Samstag war die Polizei in dem Wohnhaus in der 6500 Einwohner großen Gemeinde im Landkreis Fürstenfeldbruck noch mit der Spurensicherung beschäftigt.

Kriminologen sprechen von einem „erweiterten Suizid“, wenn ein Täter vor einem Selbstmord noch nahestehende Menschen tötet. Oftmals sind die eigenen Kinder in einem solchen Fall die Opfer. Erst vor einer Woche hatte im Allgäu ein Familienvater seine vier und zehn Jahre alten Söhne getötet, dann hatte sich der 44-Jährige an einem Bagger erhängt. Anfang August waren nach einem Feuer in Dortmund drei tote Kinder entdeckt worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass die 29 Jahre alte Freundin des Vaters die zwei Buben und ein Mädchen ermordet hat. Wenig später kam in Essen ein siebenjähriges Mädchen um - die Mutter soll ihre Tochter und dann sich selbst getötet haben.

mm/dpa

 

Rubriklistenbild: © Voxbrunner

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