Inhaber richteten offenen Brief an Kunden

Ende des Monats ist Schluss: Deswegen schließt die Metzgerei Ströbl nach 37 Jahren

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Nachfolger gesucht: Die Metzgerei Ströbl an der Sauerlacher Straße schließt Ende dieses Monats. 

Wurst und Fleisch gibt es Ende des Monats nicht mehr an der Sauerlacher Straße in Wolfratshausen. Die Metzgerei Ströbl schließt nach 37 Jahren - aus einem nachvollziehbaren Grund.

Wolfratshausen – Die Kunden erfuhren es aus einem Offenen Brief: Astrid und Raimund Ströbl schließen Ende März ihre Metzgerei an der Äußeren Sauerlacher Straße.

„Wir haben das Alter, in dem man normalerweise in Rente geht beziehungsweise das Rentenalter schon ernstlich überschritten hat“, begründet das Ehepaar seinen Abschied. Nach 37 Jahren sei das Ende des Familienbetriebs gekommen. Allein die beliebten vorweihnachtlichen Platzerl von Astrid Ströbl können weiterhin telefonisch oder per Mail bestellt werden. Und die Ströbls versprechen: Bis zum letzten offiziellen Geschäftstag am 31. März werden sie ihre Kunden wie gewohnt zuverlässig mit Fleisch und Wurstwaren versorgen.

Bisher gibt es keinen Nachfolger, der das Traditionsgeschäft übernehmen würde – sehr zum Bedauern des Ehepaars. „Trotz intensiver Bemühungen hat sich niemand gefunden, der unser Lebenswerk fortführt.“ Die Klosterverwaltung Schäftlarn als Verpächterin der Immobilie hat mittlerweile sogar mit der Meisterschule und der Metzgerinnung Kontakt aufgenommen – ohne Erfolg.

Dabei erfüllt das Geschäft an der viel befahrenen Straße alle Kriterien, die man sich nur wünschen kann: gut frequentiert, zahlreiche Stammkunden, ausreichend Parkplätze direkt vor der Ladentür. Die Warenanlieferung erfolgt über einen direkten Zugang zu den Produktions- und Lagerflächen. Der Verkaufsraum mit seinen 16 Quadratmetern verfügt über eine drei Meter lange Schaufensterfront.

„Ein Nachfolger müsste sich eigentlich nur ins gemachte Nest setzen“, sagt Astrid Ströbl. Die Metzgerei gilt – auch bedingt durch die Zusammenarbeit mit regionalen Betrieben – als Garant für hervorragende Qualität. „Wir hatten sehr viel Stammkunden, die uns teilweise über mehrere Jahrzehnte die Treue gehalten haben“, sagt das Ehepaar dankbar. „Einige der Kunden sind in dieser Zeit sogar zu Freunden geworden.“

Warum ist die Suche nach einem Nachfolger so schwierig? Ein Metzgereibetrieb gilt doch eigentlich als krisensicher – gegessen wird schließlich immer. „Die meisten jungen Leute wollten keinen Handwerksberuf erlernen“, versucht Astrid Ströbl, eine Erklärung zu finden. „Lieber Schule, Abitur und dann ein Studium.“ Aber nicht nur ihr Berufszweig leide unter den gesellschaftlichen Veränderungen. „Auch Schreiner, Installateure und Elektriker sind davon betroffen. Die bleiben alle auf der Strecke, wenn es um die Suche nach Auszubildenden oder gar einem Nachfolger geht.“

Auch wenn sich Ströbls auf „ein noch lange währendes Rentnerdasein“ freuen, würden sie einen neuen Pächter begrüßen und unterstützen. „Es wäre schön, „wenn sich jetzt doch noch jemand melden würde.“

sh

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