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Miesbach ist gewappnet: Landkreis bereitet sich auf möglichen Blackout vor

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Von: Daniel Krehl

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Gerüstet für den Notfall: Die Feuerwehr Miesbach, hier Vize-Kommandant Thomas Christ, verfügt seit 2019 über ein Notstromaggregat.
Gerüstet für den Notfall: Die Feuerwehr Miesbach, hier Vize-Kommandant Thomas Christ, verfügt seit 2019 über ein Notstromaggregat. © archiv tp

Mit Blick auf den Winter machen sich viele Menschen Sorgen vor einem Stromausfall. Der Landkreis hat einen Notfallplan, die Bürger sollten dennoch vorsorgen.

Landkreis – Kommt im Winter eine Gaskrise, könnte das auch eine Stromkrise nach sich ziehen. Landauf, landab kaufen die Menschen Elektroheizgeräte, um es warm zu haben, auch wenn die Zentralheizung ausfällt. Das könnte das Stromnetz be-, ja gar überlasten. Ein längerer Stromausfall gehört auch zu den Szenarien, auf die sich der untere Katastrophenschutz am Landratsamt ständig vorbereitet. Um eine individuelle Vorsorge kommt die Bevölkerung allerdings nicht umhin.

Auch Ebersberg hat einen Notfallplan und bereitet sich auf einen möglichen Stromausfall vor.

„Kommunale Impactanalyse“: Ergebnisse bleiben geheim

Schneekatastrophe und Pandemie waren zwei Szenarien, für die der Katastrophenschutz zumindest theoretische Notfallpläne in der Schublade hat. Das Erstellen und ständige Aktualisieren solcher Pläne gehört zur dauerhaften Aufgabe des Katastrophenschutzes am Landratsamt. Auch für einen längeren Stromausfall, einen sogenannten Blackout, gibt es einen solchen.

Darüber hinaus hat der Landkreis im Herbst vergangenen Jahres eine sogenannte „Kommunale Impact-Analyse“ bei einer Fachfirma in Auftrag gegeben, wie es auf Anfrage heißt. Die Ergebnisse wurden den Kreisgremien und Bürgermeistern bekannt gegeben. Näheres dazu will das Landratsamt nicht veröffentlichen. „Da alle Analysen sich auf konkrete Unternehmen, Strukturen oder Einheiten beziehen, können wir hier nicht konkreter werden. Die gesamte Studie ist nicht öffentlich.“

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Im Zentrum steht die kritische Infrastruktur

Weiter heißt es immerhin: „Bei der Analyse wurde der gesamte Landkreis betrachtet, vor allem auch die kritischen Infrastrukturen wie zum Beispiel das Krankenhaus, die Verwaltungen, die Nutztierhaltung oder die Wasserversorgung.“ Konkrete Ergebnisempfehlungen aus der Analyse befänden sich bereits in der Umsetzung – etwa auch bei den verantwortlichen Betreibern, Blaulicht-Organisationen, Institutionen und Interessensverbänden, zum Beispiel aus der Landwirtschaft.

Eine zentrale Rolle spielen dabei auch die Gemeinden, die sich vor Ort am besten auskennen und mit denen in mindestens vierteljährlichen Treffen Maßnahmen besprochen werden. „Wir haben die Gemeinden schon vor einigen Wochen gebeten, sich schon frühzeitig Gedanken zu machen über mögliche Anlaufstellen“, so das Landratsamt weiter. Solche Anlaufstellen zur kurzfristigen Betreuung können etwa Turnhallen sein, wobei die Vorbereitung solcher Fälle zur klassischen Katastrophenschutz-Arbeit gehöre und zum Beispiel auch bei Bombenentschärfungen angewandt werde.

Was wäre wenn? Blackout-Szenario für Deutschland

„Leuchtturm-Konzept“: Feuerwehren oder Rathäuser als Anlaufstellen im Notfall

Zum Aufrechterhalten der öffentlichen Infrastruktur gehört im Landkreis das sogenannte „Leuchtturm-Konzept“. Dabei sollen Feuerwehrhäuser oder Rathäuser mit Aggregaten und entsprechender Technik bestückt werden, um bei längerem Stromausfall als Kommunikationspunkt für Bürger zur Verfügung zu stehen, etwa auch für Notrufe, wenn das Telefonieren daheim nicht mehr funktioniert. Zum Beispiel Holzkirchen und Bad Wiessee würden über so einen „Leuchtturm“ schon verfügen.

Zudem hat das THW Miesbach ein größeres, portables Notstromaggregat beschafft, ein entsprechendes Konzept zur Treibstoffnotversorgung sei im Sonderschutzplan Blackout vorgesehen.

Für den Notfall vorsorgen: Broschüre gibt Tipps

Abseits von staatlichen Stellen würden gerade andere Stellen wie besagte Interessensverbände oder auch Pflegeheime eigene Maßnahmen prüfen. Insgesamt, so das Landratsamt, würden die staatlichen Stellen „das Möglichste geben, um die Grundversorgung für die Bürger aufrechtzuerhalten“. Es müsse aber priorisiert werden, die Bevölkerung stehe daher auch in der Verantwortung, selbst vorzusorgen.

Die Bürger sollten deshalb zumindest die Broschüre „Katastrophen“ (direkter Link) des Bundesamts für Bevölkerungsschutz kennen, heißt es. Das Heft, das in der Coronakrise wieder höhere Aufmerksamkeit erhielt, enthält unter anderem Tipps zur Bevorratung und eben auch für einen Stromausfall. Es ist im Landratsamt und in den Rathäusern sowie auf www.bbk.bund.de erhältlich und soll in den nächsten Wochen großflächig über die Bürgerboten der Gemeinden und Schulen verteilt werden. (dak)

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