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Um Gaskrise einzudämmen: Heizen mit dem stillgelegten Ofen? Kaminfeger klärt auf

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Von: Katrin Kleinschmidt

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Keinen „großen Hype“ erwartet Kaminkehrer Dieter Wenzl bei der Wiederinbetriebnahme stillgelegter Öfen. Inbetriebnahme bedeutet Aufwand
Keinen „großen Hype“ erwartet Kaminkehrer Dieter Wenzl bei der Wiederinbetriebnahme stillgelegter Öfen. Inbetriebnahme bedeutet Aufwand © Ruder

Die Gaskrise treibt die Menschen um. Und die Politik. Im Freistaat dürfen nun stillgelegte Öfen reaktiviert werden - doch es gibt klare Regelungen.

Landkreis – So manch’ einem wird beim Gedanken an den Winter mulmig. Reicht das Gas, wird das Wohnzimmer warm sein? Es sind ungewohnte Fragen, die viele Menschen umtreiben. Und die bringen zum Teil ungewöhnliche Antworten mit sich. Denn aufgrund der Krise ermöglicht es der Freistaat Bayern, dass eigentlich stillgelegte Holzöfen vorübergehend wieder genutzt werden können.

„Das Ausrufen des Notfallplanes Gas und die jüngsten Aktivitäten des Bundesgesetzgebers rechtfertigen dies“, erläutert Klaus Mergel, stellvertretender Pressesprecher des Landkreises. Konkret gehe es um Holzfeuerstätten, die die Vorgaben des Bundes-Immissionsschutzgesetzes nicht einhalten und deshalb nicht mehr genutzt werden dürfen. Sie können unter bestimmten Voraussetzungen – und befristet bis August 2023 – wieder in Betrieb genommen werden.

Gaskrise: Holzofen nutzen - Es gibt klare Vorschriften

Dafür ist zum einen notwendig, dass der Betreiber ein Formular ausgefüllt hat, wonach er den Holzofen für den Notbetrieb vorhalten möchte. Dadurch werde die Feuerstätte noch regelmäßig von einem Kaminkehrer überprüft – wenn auch nicht mehr so häufig wie ein aktiver Ofen. Schädliche Umwelteinwirkungen, beispielsweise durch zu starke Rauchentwicklung, seien bei den betroffenen Anlagen daher nicht zu erwarten.

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Zudem sei die Inbetriebnahme nur erlaubt, wenn dadurch eine vorhandene Gasheizung „ganz oder teilweise ersetzt wird“. Laut Mergel gelte die Ausnahmeregelung also nicht für Haushalte, die beispielsweise zusätzlich mit Öl oder Holzpellets heizen und die gestiegenen Kosten mit ihrem Holzofen eindämmen möchten. Zu guter Letzt muss die Nutzung des still gelegten Ofens beim Landratsamt beantragt und auch dem zuständigen Kaminkehrer mitgeteilt werden.

Energiekrise: Inbetriebnahme von Holzöfen bedeutet Aufwand

Bisher verzeichnet das Landratsamt wenig Interesse an der Wiederinbetriebnahme solcher Holzöfen. Nur ein, zwei Anträge habe es laut Mergel bisher gegeben. Kaminkehrer Dieter Wenzl, der für den Bezirk „Peißenberg I“ zuständig ist, wundert das nicht. „Ich denke, dass das auch nicht der große Hype sein wird“, sagt der Peißenberger, bei dem sich noch kein einziger Hausbesitzer wegen der Ausnahmeregelung gemeldet hat. „Es gibt nicht viele Feuerstätten, die stillgelegt und nicht ausgetauscht werden.“ Denn die meisten Menschen schätzen die Wärme eines Holzofens – und nicht nur dessen Anblick.

Zudem bringe die erneute Inbetriebnahme eines stillgelegten Ofens Aufwand mit sich. Es müssten Anträge gestellt werden, zudem sei dann eine zweimalige Kehrung im Jahr notwendig. Je nachdem, wann die letzte Feuerstättenschau war, könne auch eine solche wieder fällig werden. Obendrein braucht’s für den Betrieb des Ofens ja auch noch Holz. Und damit auch bei dieser Heizart das nötige Kleingeld.

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