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Energiekrise auch auf Volksfest bemerkbar: Besucher „sparen am Bier“ - Ausschank geht zurück

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Von: Andreas Beschorner

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Dolce Vita sorgt für Partystimmung beim Freisinger Volksfest 2022
Rauf auf die Bänke: Die Partyband „Dolce Vita“ sorgte am Dienstagabend für euphorische Stimmung im Volksfest-Zelt. © Lehmann

Im Vergleich zum letzten Freisinger Volksfest melden die Brauereien einen Rückgang beim Bierkonsum. Die Gründe liegen auf der Hand.

Freising – Halbzeit beim 91. Freisinger Volksfest: Anlass für eine Zwischenbilanz. Die wurde am Mittwochvormittag im Festzelt gezogen. Fazit: „Gute Stimmung“ und „relativ entspannt“, so Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher, „sehr gesittet“, so die Polizei, „ruhig und friedlich“, so das BRK.

Dass am Mittwochvormittag das Festzelt beim Schaustellergottesdienst zum Gotteshaus umgewidmet wird, ist Tradition. Weil in diesem Jahr aber manches anders ist, war auch der Gottesdienst mit Dekan Stephan Rauscher und Dekan Christian Weigl zum Gottesdienst für alle erklärt worden, und das mit Erfolg: Über 100 Gläubige waren gekommen.

Volksfest in Freising: Erst die Weißwürste, dann die Zahlen

Ebenso Tradition ist das anschließende Treffen der Volksfest-Macher und Schausteller, um zur Halbzeit Bilanz zu ziehen. Doch auch da war etwas anders als all die Jahre zuvor. Nämlich: erst die Weißwürste, dann die Zahlen. Die erste Zahl kam von Eschenbacher: An den ersten fünf Tagen seien 418 Hektoliter Bier ausgeschenkt worden, 30 Hektoliter weniger als beim letzten Volksfest 2019.

Die Ansteck-Pins und Volksfestbänder, die man heuer verkauft, hätten bisher einen guten Absatz gefunden, teilte der OB mit. Insgesamt habe man bisher 840 Euro durch den Pin- und 1180 Euro durch den Bändchenverkauf eingenommen – Geld, das der Krebsnachfürsorge für Kinder gespendet werde.

Wegen hohen Energiepreisen: Leute „sparen“ am Bier

Dass man weniger Hektoliter ausgeschenkt habe als 2019 interpretierten die beiden Brauereien so: Urlaubszeit, noch immer Bedenken wegen Corona. Außerdem: „Die Leute sparen“ angesichts der Energiepreise und des anstehenden Winters.

Andere Zahlen hatte Freisings Polizei-Chef Matthias Schäfer mitgebracht: Weil man wegen der Veranstaltungen zu „50 Jahre Olympische Spiele in München“ weniger Unterstützungskräfte habe bekommen können als man eigentlich angefordert habe, habe man Streifendienst & Co. hauptsächlich mit eigenen Kräften stemmen müssen.

Freisinger Volksfest: Polizei zieht erfreuliche Zwischenbilanz

Angesichts der Zahlen an Vorfällen, die man registriert habe, habe das aber gut funktioniert („Es läuft alles einwandfrei“): Neun Körperverletzungen, aber keine gefährliche Körperverletzung, zwei Diebstähle und ein Raub, vier Mal Widerstand gegen Polizeibeamte, und – sehr erfreulich – keine gemeldeten Sexualdelikte, so die Zahlen der ersten fünf Volksfesttage. „Ansonsten gibt es nichts Nennenswertes zu berichten“, sagte Schäfer, und das war in diesem Fall eine gute Nachricht.

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Ähnlich war auch das, was das Bayerische Rote Kreuz anzuführen hatte: 15 Bagatellfälle (also Pflaster & Co.) habe es bisher gegeben, dazu 50 Versorgungen im Rahmen des normalen Sanitätsdienstes (Blutdruck- und Sauerstoffmessungen beispielsweise), in 15 Fällen sei der Transport ins Krankenhaus notwendig gewesen. Vor allem der Dienstag, an dem die Kultband Dolce Vita das Festzelt zum Kochen brachte, sei verhältnismäßig ruhig verlaufen.

Fieranten loben die Volksfestmacher

Zufrieden sind laut Schausteller-Sprecher Horst Heppenheimer auch die Fieranten: Nach zwei Jahren Corona („eine schlimme Zeit für uns“) sei man jetzt „mit Schwung und Elan“ wieder da. Besucherzahlen und Umsatz lägen derzeit auf dem Niveau des Jahres 2019. Und dann noch ein Lob für die Freisinger Volksfestmacher: „Ihr macht gute Arbeit hier in Freising.“

Freisinger Brauerei-Vertreter Jürgen Charrois (l.) und Josef Plank (r.) überreichen am Volksfest Spendenscheck an Tafel-Vorsitzenden Manfred Schimmerer.
Brauereien mit sozialer Ader: Den Erlös der öffentlichen Bierprobe vor dem Volksfest spendeten Jürgen Charrois (Hofbrauhaus, l.) und Josef Plank (Staatsbrauerei Weihenstephan, r.) an die Freisinger Tafel. Vorsitzender Manfred Schimmerer nahm den Scheck im Bierzelt entgegen. © Lehmann

Am Ende konnte sich dann noch der Vorsitzende der Freisinger Tafel, Manfred Schimmerer, über einen Scheck in Höhe von 3000 Euro freuen. Diese Summe war bei der öffentlichen Bierprobe am Marienplatz zusammengekommen.

„Mandelhans“ feiert doppeltes Jubiläum

Freude auch bei Markus Kaiser, der seit 25 Jahren den „Mandelhans“ auf dem Volksfest betreibt - jenen „Mandelhans“, der heuer sein 50-jähriges Standjubiläum in der Luitpoldanlage begehen kann. Am Ende war es eine Aussage von Eschenbacher, die alles zusammenfasste: „Man kann jeden Tag aufs Volksfest gehen und macht dabei nie einen Fehler.“ Noch bis zum Sonntag hat man die Chance, keinen Fehler zu machen.

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