Mordkommission ermittelt

Gewaltexzess vor Disco: Opfer im Koma - Täter kein Unbekannter

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Der Tatort: Zwischen Disco (hinten) und Schützenstraße - fand die Schlägerei statt.

Bei einer Schlägerei in Erding ist in der Nacht ein 29-Jähriger aus Freising schwerst verletzt worden. Der junge Mann liegt im Koma. Tatverdächtig ist ein 20-Jähriger, der erst vor wenigen Wochen wegen einer Gewalttat vor Gericht stand. Die Mordkommission ermittelt.

Erding – Die beiden Männer sind ersten Erkenntnissen der Kripo Erding zufolge am Samstag gegen 5 Uhr morgens auf dem Weg von der Diskothek Weekend-Club zur Schützenstraße in Streit geraten. Diese Auseinandersetzung wurde mit Fäusten ausgetragen. Nach bisherigen Ermittlungen bekam der 29-Jährige plötzlich einen so heftigen Schlag ab, dass er umfiel und ungebremst mit dem Hinterkopf auf dem Asphalt aufschlug. Dies berichtet Peter Grießer vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord auf Anfrage unserer Zeitung.

„Wir wissen noch nicht, warum es zum Streit gekommen ist.“ Der Freisinger wurde schwerst verletzt. Nach der Erstversorgung durch den Rettungsdienst und einen Notarzt kam das Opfer in eine Unfallklinik. Dort wurde der 29-Jährige in ein künstliches Koma versetzt. Laut Grießer besteht aktuell keine Lebensgefahr. Bleibende Schäden sind aber nicht auszuschließen, wenn der Hirndruck gefährlich ansteigt.

Brutale Schlägerei in Erding: Ermittlungen stehen am Anfang

Kripo Erding und Staatsanwaltschaft Landshut stehen mit ihren Ermittlungen noch ganz am Anfang. Thomas Steinkrauß-Koch von der Justizbehörde erklärt auf Anfrage: „Die Vernehmung der Zeugen und Beteiligten läuft noch.“ Derzeit könne der Hergang noch nicht exakt nachvollzogen werden. Es könne sich um Notwehr, Körperverletzung, aber auch um versuchte Tötung handeln“, so Steinkraus-Koch. Dies bestätigt Polizeisprecher Grießer. Zu klären gelte es insbesondere, ob der Freisinger „nur“ gestürzt ist, oder ob der Erdinger nach dem Kopf seines Kontrahenten getreten hat. Dann wäre es versuchter Totschlag. Ein Haftbefehl ist bislang aber nicht ergangen, teilt die Staatsanwaltschaft mit.

Tatverdächtiger kein Unbekannter

Der Tatverdächtige ist Polizei und Justiz kein Unbekannter. Erst Ende Juni war der Erdinger zu vier Tagen sozialer Arbeit verurteilt worden – wegen Drogengeschäften. Dies war allerdings nur Randaspekt eines dreitägigen Prozesses gegen den jungen Mann wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

Der 20-Jährige war angeklagt, weil er am 12. November vergangenen Jahres bei einer Polizeiaktion in Erding einen Beamten schwer verletzt haben soll. Nach einem Gerangel an der Aral-Tankstelle an der Sigwolfstraße waren morgens um 6 Uhr zwei Streifen angerückt. Beim Versuch, den sich zur Wehr setzenden Mann festzunehmen, verdrehte sich ein Polizist das Knie. Er war wochenlang dienstunfähig. Das Gericht unter dem Vorsitz von Richter Michael Lefkaditis hatte zahlreiche Zeugen angehört, die jedoch zum Zeitpunkt des Angriffs völlig betrunken gewesen sein und deswegen nichts mitbekommen haben wollen. Dieses Verfahren gegen den Erdinger war eingestellt worden – auch wegen der laut Jugendgerichtshilfe Erding günstigen Sozialprognose – was wohl eine Fehleinschätzung war.

Zeugen der Gewalttat am Samstagmorgen werden gebeten, sich unter Tel. (0 81 22) 96 80 mit der Kripo Erding in Verbindung zu setzen. 

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