Jetzt wurde der Täter verurteilt

Grillfest wurde zum Albtraum: Junge Schwestern (7 und 10) sexuell missbraucht

Ins Gefängnis muss ein 24-Jähriger, der zwei junge Schwestern im nördlichen Landkreis sexuell missbraucht hat.

Zwei junge Schwestern (7, 10) sind auf einer Grillfeier sexuell missbraucht worden. Der Täter (24) wurde am Dienstag verurteilt. Nun wurde er verurteilt.

Erding – Bei dem Angeklagten handelt es sich um den Freund des Lebensgefährten einer Frau, die in eine Wohnung im nördlichen Landkreis gezogen war. Da ihr beim Umzug eine Nachbarsfamilie mit drei Kindern geholfen hatte, hatte sie diese zu sich zu einer Grillfeier eingeladen. Dort war auch der damals 23-Jährige zugegen. Am späten Abend kam es auf der Couch im Wohnzimmer zum Übergriff auf die zehnjährige Tochter der Nachbarn. Der Angeklagte berührte sie außerhalb der Kleidung an Brust und im Intimbereich. Die Siebenjährige küsste er, saugte ihre Lippen an und kaute darauf herum.

Sexueller Missbrauch in Erding: Grillfeier endet im Albtraum

Der Afghane war auf einen Dolmetscher angewiesen. Über seinen Verteidiger räumte er alles ein. Das über zweistündige Verfahren verfolgte er mit dem Kopf auf der Tischplatte. Am Ende wurde er zu einem Jahr und vier Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt.

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Als Nebenkläger trat der Vater (36) der Geschädigten auf. Er sagte, dass der Angeklagte auf ihn keinen verdächtigen Eindruck gemacht hatte. Dieser habe sich mehrfach aus dem Garten zum Schlafen auf die Couch begeben. Seine ältere Tochter habe ihm dann auf dem Flur mitgeteilt, was vorgefallen war. Zuhause sei dann auch die Siebenjährige in Tränen ausgebrochen. Daraufhin habe er die Polizei eingeschaltet. Seine Töchter würden bis heute unter dem Erlebten leiden. „Man merkt: Es ist noch da“, sagte der Vater. Bei einer der Töchter sei ihre nicht über das Geschehene informierte Schule an ihn herangetreten, weil sie sich merklich verändert hatte.

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In jener Nacht war auch Alkohol geflossen. Wie mehrere Beamte der Erdinger Polizei und Kriminalpolizei aussagten, schlief der Mann bei seiner Vernehmung mehrmals ein und war lange kaum wach zu bekommen. Umso erstaunlicher war, dass er bei einem Alkoholtest gegen 4.40 Uhr nur 0,35 Promille vorwies. Selbst zur Tatzeit müssen es also unter einem Promille gewesen sein. Ein Drogentest fiel negativ aus. Schwer einzuordnen war eine durch den Alkohol möglicherweise verminderte Schuldfähigkeit.

Ein Psychiater berichtete von der Geschichte des Angeklagten, der in seiner Familie früh einige Todesfälle erlebt hatte. Er sei in einer Bürgerkriegszone aufgewachsen, habe sich dann im Iran und in der Türkei durchgeschlagen. 2016 kam er in einer Containeranlage in München unter. Weiter ging es nach Erding, wo er in der Therme jobbte, irgendwann lief jedoch die Arbeitserlaubnis aus. Er leide an einer mittelgradigen Depression, sei weitgehend schreib- und leseunfähig, so der Psychiater.

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Negativ für den Angeklagten wirkte sich aus, dass er in der S-Bahn einer Studentin nachgestellt hatte. Danach leistete er Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, was ihm eine Geldstrafe und einen Eintrag ins Zentralregister einbrachte. Zudem stellte er 2016 und 2017 Jugendlichen und jungen Frauen, unter anderem im Stadtpark, nach und begrapschte diese teils – nach heutiger Rechtslage sexuelle Nötigung, so die Staatsanwältin.

Seit vier Monaten befindet sich der 24-Jährige in U-Haft. Richter Michael Lefkaditis sah eine Bewährungsstrafe, wie sie die Verteidigung forderte, nicht für vertretbar. Er habe zwar alles eingeräumt und schäme sich. Dem Angeklagten sei aber das niedrige Alter der Töchter bewusst gewesen. Besonders belastend: Er habe die Tat in einem geschützten familiären Bereich ausgeübt. Zudem habe er keine günstige Sozialprognose, er sei in Deutschland nach wie vor nicht verwurzelt.

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