tz erklärt das Horror-Foto von Fürstenfeldbruck

+

Fürstenfeldbruck - Auto gegen Baum – wieder einmal hat die Natur dieses unheilvolle Kräftemessen mit der Technik für sich entschieden. In der tz erklärt ADAC-Experte Andreas Ratzek das Horror-Foto von FFB.

Lesen Sie dazu:

Das Drama von Fürstenfeldbruck

Auto gegen Baum – wieder einmal hat die Natur dieses unheilvolle Kräftemessen mit der Technik für sich entschieden: Die schwere Karosserie aus Stahl ist eingeknickt wie ein Streichholz, der relativ dünne Ahorn steht kerzengerade da. Zwar weist der Baum Risse in Rinde und Stamm auf – aber er hat den Aufprall am Freitagabend überlebt. Für die beiden 18-jährigen Buben in dem roten 3er BMW kam dagegen jede Hilfe zu spät. In der tz erklärt ADAC-Experte Andreas Ratzek das Horror-Foto von Fürstenfeldbruck.

Nach dem Horror-Unfall: So trauern die Freunde der Opfer

Nach dem Horror-Unfall: So trauern die Freunde der Opfer

„Grundsätzlich ist ein Auto an den Seiten am verwundbarsten, weil dort die Knautschzone gering ist“, erklärt der Projektleiter für Crash-Tests im ADAC-Forschungszentrum Landsberg am Lech. „Je kleiner die Aufprallfläche, desto stärker bündeln sich die Kräfte. So konnte der Baum an der so genannten Kontaktstelle tief in die Karosserie eindringen. Das Prinzip funktioniert ähnlich wie bei einem Spaten. Der lässt sich wegen seiner geringen Auflagefläche leichter ins Erdreich stoßen.“

Bei einer größeren Aufprallfläche verteilen sich die Kräfte – und die Karosserie hält mehr aus. Das hat sich auch in Crashtest-Serien bestätigt. So ließen die Experten Autos mit über 50 Kilometern pro Stunde frontal gegen eine glatte Mauer rasen.

Dabei wurde der Motorraum im Schnitt nur um einen halben bis einen Meter eingedrückt. „Bei einem Frontalzusammenstoß mit einem Baum bei gleicher Geschwindigkeit kann sich dieser bis in den Innenraum bohren“, so ADAC-Experte Ratzek.

Unfall in FFB: Zwei 18-Jährige sterben

Unfall in FFB: Zwei 18-Jährige sterben

Aber warum sind Bäume eigentlich so stabil? Das haben sie vor allem ihrem Wurzelwerk zu verdanken. „Die sind unter der Erde oft sehr ausladend“, erklärt Ratzek.

Und: Bei einem Unfall wird der Baum in der Regel im unteren Teil des Stamms getroffen. Dort ist das Gewächs wesentlich stabiler als in der Krone (Hebelwirkung).

Zurück zum Horror-Unfall von Fürstenfeldbruck: Den beiden jungen Burschen wurde natürlich auch die enorme Geschwindigkeit zum Verhängnis, mit der sie durch die Stadt fuhren. Laut Polizei hatte der Fahrer auf annähernd 120 Kilometer pro Stunde beschleunigt. Da hätten wohl selbst moderne Sicherheitseinrichtungen wie Seitenairbags keinen hunderprozentigen Schutz bieten können. Manchmal ist auch die ausgefeilteste Technik des Menschen der Kraft der Natur nicht gewachsen.

Andreas Beez

auch interessant

Meistgelesen

Frau von Lkw gerammt: „Da ist man auch als Polizist betroffen“
Frau von Lkw gerammt: „Da ist man auch als Polizist betroffen“
Pflege zu teuer: Pensionär holt seine Frau wieder nach Hause
Pflege zu teuer: Pensionär holt seine Frau wieder nach Hause
Vermisster 23-Jähriger wieder aufgetaucht
Vermisster 23-Jähriger wieder aufgetaucht
Spektakuläres Feuerwerk in Wolfratshausen: Rührender Grund
Spektakuläres Feuerwerk in Wolfratshausen: Rührender Grund

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion