Stammstrecke am Wochenende gesperrt - so kommen Sie trotzdem ans Ziel 

Stammstrecke am Wochenende gesperrt - so kommen Sie trotzdem ans Ziel 

Auf Erlebnishof Berglbauer

Husky richtet Blutbad unter Schafen an

+
Dagmar Wagner mit Tochter Katharina (7) und ihren Schafen

Kreuzholzhausen - Ein wildernder Husky hat auf einer Weide in Kreuzholzhausen ein Blutbad unter Schafen angerichtet. Der Hund hat früher schon Tiere gerissen. Der Besitzer weist alle Schuld von sich.

Auf dem Erlebnishof Berglbauer von Dagmar und Richard Wagner in Kreuzholzhausen können Kinder in Gruppen das idyllische Zusammenleben von Eseln, Enten, Gänsen, Schafen, Katz und Maus hautnah beobachten. Doch mit dieser Idylle war es in der Nacht von Freitag auf Samstag schlagartig vorbei. Irgendwann in der Dunkelheit sprangen zwei Huskys durch den stromgesicherten Zaun auf die Schafweide. Danach richtete ein etwa zweijähriger Rüde unter den brav grasenden, zum Teil trächtigen Schafen ein Blutbad an – beobachtet von seinem Begleiter, einem 14 Wochen alten Husky-Mix-Welpen.

Eine Verwandte hörte das jämmerliche Blöken der Wollknäuel und benachrichtigte Dagmar Wagner. „Drei der seltenen Shropshire-Schafe waren bereits gerissen und elend verendet, fünf weitere Schafe wurden durch tiefe Bissverletzungen an Kehle und Gliedmaßen schwer verletzt“, so die Feststellung der fassungslosen 43-jährigen Hofbesitzerin. Der Agraringenieurin gelang es, die beiden Hunde eigenhändig zu fangen. „Sie kamen mir schwanzwedelnd entgegengelaufen. Der größere Hund mit blutverschmierten Lefzen.“ Wagner verständigte das Tierheim Dachau, erstattete Anzeige bei der Polizei und schaffte die schwer verletzten Schafe in den sicheren Stall. Eine Tierärztin versorgt nun die fünf Paarhufer. Ob sie überleben, ist ungewiss.

„Wie gut, dass unser Deckbock Anton gerade auf Liebesurlaub in Pellheim ist“, flüchtet sich Dagmar Wagner beim Thema Schaden in Galgenhumor. „Das Blutbad kostet mich trotzdem einen vierstelligen Betrag.“ Die Schafhalterin lässt die toten Tiere nun obduzieren, „denn ich muss beweisen, dass es wirklich der Husky aus Günding war“. Das ist gar nicht so einfach, wie sich am Dienstag bei einem persönlichen Treffen von Schaf- und Hundebesitzer herausstellte. „Er hat zu mir gesagt, dass seine Hunde die Schafe lediglich gefunden hätten. Getötet und verletzt hätten sie sie nicht, denn: Es seien brave Hunde“, ist Dagmar Wagner konsterniert.

Wagner ist bekannt, dass die Huskys im Tierheim Dachau „Dauergäste“ sind, wie Tierheimchefin Silvia Gruber mitteilt. Immer wieder müssen Grubers Mitarbeiter beide Tiere einfangen, denn sie büxen ständig aus. Gruber kennt den Hundehalter aus Günding etwa seit 2002. Sie schätzt, dass es seit dieser Zeit alle drei Monate einen Vorfall mit dessen Vierbeinern gegeben hat. Doch festsetzen durfte das Tierheim sie nie. „Wir sind verpflichtet, sie sofort wieder an den Besitzer herauszugeben.“ Die Huskys seien in den vergangenen Wochen mehrmals von Nachbarn gesehen worden, die dann das Tierheim um Hilfe gebeten hätten, ergänzt Dagmar Wagner. Einmal sei ein Stallhase, ein anderes Mal eine Gans die Beute der beiden Streuner geworden.

Von Thomas Zimmerly

Auch interessant

Meistgelesen

Hundehasser: 1000 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt
Hundehasser: 1000 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt
Tödlicher Unfall in Gröbenzell: S-Bahn erfasst Puchheimer
Tödlicher Unfall in Gröbenzell: S-Bahn erfasst Puchheimer
Alkohol-Orgien, Raser, Vandalen - Freisinger berichten von Katastrophen-Viertel
Alkohol-Orgien, Raser, Vandalen - Freisinger berichten von Katastrophen-Viertel
Schüler und Rentner (92) krachen mit den Rädern zusammen - Krankenhaus
Schüler und Rentner (92) krachen mit den Rädern zusammen - Krankenhaus

Kommentare