Nandlstädter Tierfreunde in Angst

Wieder haben einige Katzen das auffällige Nervenzucken - Polizei eingeschaltet

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Muss sich von einer Vergiftung erholen: Christine Altkrügers Katze Anna, noch mit Verband an der Infusionswunde.

Im Mai sorgten Vergiftungen von Katzen für Aufregung in Nandlstadt. Nun kämpfen erneut Tiere mit auffälligen Symptomen um ihr Leben. Die Vorfälle nähren einen schlimmen Verdacht.

Nandlstadt - Es ist erst einen Monat her, da bereiteten Fälle von vergifteten Katzen Nandlstädter Tierbesitzern Sorgen. Nun gibt es neue Fälle: Wieder sind Katzen offenbar nur knapp dem Tod entronnen. Und erneut betrifft es das Gebiet um die Zeilerbergstraße.

Rückblick: Anfang Mai meldet sich Christine Altkrüger, 65, beim Tagblatt und berichtet von zwei Katzen aus ihrer Nachbarschaft, die mit starken Vergiftungssymptomen entdeckt wurden. Der Tierarzt kann sie retten. Drei weitere Kater sind in diesem Zeitraum spurlos verschwunden. Aufgrund der Symptome ist man sich in der Tierarztpraxis sicher: Es handelt sich um Vergiftungen durch Phosphorsäureester, einem gängigen Pestizid. Auch wenn die Veterinäre den Verdacht des Vorsatzes äußern, geht Altkrüger von „übertriebener Gartenhygiene“ aus.

Dieses Mal andere Symptome

Nun hat es zwei ihrer eigenen Katzen erwischt: Lena und Anna kamen am Montag nach Hause – und fielen der Besitzerin durch ihre Reaktionen auf: „Sie litten unter Gleichgewichtsstörungen und unkontrolliertem Nervenzucken“, schildert Altkrüger. Sensibilisiert durch die Vorfälle im Mai brachte sie ihre Tiere sofort in Behandlung. 

Dort wurden Lena und Anna an den Tropf gehängt. Zur Kochsalzlösung gab es Kohletabletten, um Gifte zu binden, außerdem ein Beruhigungsmittel für die zitternden Körper und ein Präparat zum Schutz der Organe. „Die Symptome haben dieses Mal nicht auf Phosphorsäureester hingedeutet“, sagt Altkrüger. „Aber Gift bleibt Gift.“ Inzwischen sind die beiden Miezen über den Berg – und zu Hause. Schlimmer steht es um Simba – einen Bruder von Nachbarskater Pasha, der im Mai betroffen war. Simba liegt noch immer beim Tierarzt, nachdem er am selben Tag wie Altkrügers Katzen mit Vergiftungserscheinungen gefunden wurde.

Katzenbesitzerin schaltet nun Polizei ein

Die Nandlstädterin war eigentlich nach wie vor der Überzeugung, dass es sich nicht um Gift-Köder handelt, sondern um über Gärten aufgenommene Pestizide. „Meine beiden verwöhnten Hauskatzen sind so hoaglig, die würden Köder nicht anrühren.“ Doch nun hat Simba laut Tierarzt Getreidematerial ausgeschieden, das doch ein Indiz für gezielt präparierte Futter-Fallen sein könnte. 

Statt es bei einem erneuten Appell an Gartenbesitzer zur Vorsicht im Umgang mit Spritzmittel zu belassen, will Altkrüger nun Anzeige gegen Unbekannt stellen. Denn: „Giftauslegen ist kein Kavaliersdelikt.“

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