Witwe beschreibt den Täter

Erste heiße Spur in Meiling: So schaut der Mörder aus

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Die intensive Spurensuche führt hoffentlich zum Täter.

München - Noch immer hält die grausame Bluttat in Meiling (Landkreis Starnberg) die Menschen in Atem. Drei Tage, nachdem ein Zeitungsausträger eine schwer verletzte Rentnerin (67) und ihren toten Gatten (72) gefunden hatte, veröffentlicht die Polizei jetzt die Beschreibung einer tatverdächtigen Person!

Ist das die erste heiße Spur zu den Tätern, die in der Nacht von vergangenen Freitag auf Samstag das wehrlose Rentnerehepaar überfallen hatten? Die Kripo Fürstenfeldbruck konnte Mittwoch erstmals mit Irmgard K. sprechen, der Ehefrau des Mordopfers.

Wie bereits berichtet, hielten sich am Tattag mindestens drei fremde Männer im Dorf auf und baten bei Nachbarn der K.s darum , sich einen Kanister mit Wasser auffüllen zu lassen – eine Masche, die es den Tätern ermöglichte, sich einen Überblick über die Wohnsituation ihrer Opfer zu verschaffen. Ein Mann klingelte auch an der Tür von Irmgard K. Gehörte auch er zu der Mörder-Bande?

Die immer noch schwer verletzte, aber mittlerweile ansprechbare Frau gab in der Zeugenvernehmung eine detaillierte Beschreibung ab. Demnach bat ein rund 30- bis 40-jähriger Mann gegen 19 Uhr auch sie, einen Kanister mit Wasser füllen zu dürfen. Er war zwischen 1,75 und 1,85 m groß, hatte eine sportliche Figur und ein gepflegtes Erscheinungsbild mit einem eher dunklen Teint. Herkunft? Osteuropäisch, vermutet Irmgard K. Der Mann hatte kurzgelockte, glänzend-schwarze Haare. Außerdem trug er Koteletten und einen Dreitagebart. Er war mit einem marineblauen Jogginganzug und filigranen, weißen Schuhen bekleidet. Die Kripo Fürstenfeldbruck bittet unter Telefon 08141/6120 um Hinweise aus der Bevölkerung. Damit die brutale Tat schnellstmöglich aufgeklärt wird – und im 200-Seelen-Dorf endlich wieder Normalität einkehren kann.

So lief die Fahndung bei diesen Raubmorden

  • Inges Mörder noch auf freiem Fuß: Inge Wittersheim († 69) wird am 8. Oktober 2013 in ihrer Wohnung in der Corneliusstraße erdrosselt. Einbruchsspuren gibt es keine. Aber der Täter hat Geld mitgenommen. Ließ die Rentnerin ihren Mörder freiwillig in die Wohnung? Schnell gerät Nachbar Roman H. (36) ins Visier der Kripo. Der behauptet allerdings, dass er die Tote nie berührt habe. Dennoch finden Gerichtsmediziner seine DNA an der Leiche. Für eine Verurteilung reicht das jedoch nicht aus. Freispruch!
  • Die grausame Hinrichtung des Managers: Geschäftsmann und Familienvater Dirk von Poschinger Camphausen (36) muss im Januar 2010 sterben, weil es ein Laimer Hausmeister auf seinen Audi A8 abgesehen hat. Der Finanzmanager will seinen Wagen verkaufen. Rainer H. vereinbart eine Probefahrt, von der Poschinger nicht mehr zurückkehrt. Er wird mit 13 Schüssen hingerichtet. Nur zwei Tage später geht Rainer H. den Ermittlern ins Netz. Urteil: Lebenslänglich!
  • Ermordete ein Trickdieb Anna Sondermaier? Ihre Gutgläubigkeit bezahlt Anna Sondermaier (91) aus der Au am 22. Juli 2014 mit ihrem Leben. Ihr mutmaßlicher Mörder: der polizeibekannte Trickdieb Marc K. Seine DNA an mehreren Tatorten überführt ihn. Seit 25. Juli – also nur drei Tage nach der Tat – sitzt der 51-Jährige in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hat bereits Anklage wegen Mordes in Tateinheit mit Diebstahl erhoben. Seitdem wartet Marc K. auf seinen Prozess.
  • Boutique-Chefin getötet: Diese Tat erschüttert das Idyll am Tegernsee: Boutique-Besitzerin Ursula M. wird im November 2012 in ihrem Laden tot aufgefunden. Erdrosselt mit den Riemen ihrer eigenen Handtasche! Zwei Monate später nimmt die Kripo Miesbach Ex-Mitarbeiterin Ursula D. fest. Eine Überwachungskamera entlarvte sie, als sie mit der Kreditkarte ihres Opfers auf Einkaufs-tour ging. Vor Gericht legte sie ein umfängliches Geständnis ab.
  • Ulf M. (39) von fünf Litauern verschleppt und totgeprügelt: Eine fünfköpfige litauische Räuberbande ist für den qualvollen Tod von Ulf M. verantwortlich. Der 39-jährige Münchner wird im Januar 2012 auf einem Rastplatz an der A9 nach einem Toilettenbesuch verschleppt und brutal misshandelt. Sie prügeln Geldkarten und Geheimnummern aus ihm heraus. Danach lassen sie ihn stundenlang leiden, ehe er an einer Lungenembolie stirbt. Nur 14 Tage nach der schrecklichen Tat schnappt die Polizei die fünf Männer in ihrer Heimat.

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