Veterinäramt holt Tiere in Hochbrück ab

Elf Zeburinder schon geschlachtet

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Trauriges Schicksal: Elf der abgeholten Tiere sind schon tot.

Die Behörde macht ernst: 140 Zeburinder hat das Veterinäramt in Hochbrück beschlagnahmt -  elf Bullen sind schon geschlachtet. Den restlichen droht dasselbe Schicksal.  

Hochbrück – Sechs Zeburinder sind Christine Scherr geblieben. Sechs von einst rund 150 Tieren, die auf einer Weide im Südwesten des Garchinger Stadtteils Hochbrück gelebt haben – bis einige Tage vor Weihnachten drei Viehtransporter anrückten. Auf Geheiß des Veterinäramts am Landratsamtwurden gut 140 Rinder abtransportiert, „weil die Herde dort seit Längerem nicht tierschutzgerecht gehalten wird“, wie eine Sprecherin der Behörde erklärt. Demgegenüber klagt die Tierhalterin Christine Scherr: „Das Veterinäramt will uns in die Knie zwingen.“

Dazu muss man wissen: Die Behörde und die Rinderhalterin, die einst in Ismaning gelebt hat und inzwischen bei Petershausen wohnt, liegen bereits seit rund einem Jahrzehnt über Kreuz. Zuletzt hatte Scherr 2016 gegen die vom Landratsamt angeordnete Auflösung ihrer Herde geklagt – und vor dem Verwaltungsgericht verloren. In der Folge ging sie in Berufung; Seither liegt der Fall beim Verwaltungsgerichtshof.

Derweil sah sich das Landratsamt im Dezember gezwungen, die Rinder aus Hochbrück abzutransportieren. Der Grund, so eine Sprecherin: Die Weidefläche dort sei zu klein für so viele Tiere; zudem gebe es zu wenige Unterstände, der Boden sei matschig, und den Zebus drohe Unterkühlung. Dagegen sagt Christine Scherr: „Das Amt hat keine Ahnung von Zebus, den Tieren geht es gut.“

Während die 67-Jährige laut eigener Aussage per Eilantrag beim Verwaltungsgerichtshof gegen den Bescheid des Landratsamts vorgehen will, hat die Behörde bereits elf Bullen verkauft – „zur Verwertung“, wie die Sprecherin angibt. Bedeutet: Die Tiere, die ohnehin zur Fleischgewinnung gehalten werden, sind geschlachtet worden. Grund für den Verkauf seien Rangordnungskämpfe unter den Bullen gewesen, sagt die Sprecherin: „Das war gefährlich, auch für die weiblichen Tiere und die Kälber.“ Der Erlös werde nun mit den Kosten für den Abtransport und die Unterbringung der Rinder verrechnet.

Laut Christine Scherr stellt ihr das Amt einmalig 6000 Euro sowie täglich 700 Euro fürs Futter in Rechnung. Von einem Viehhändler habe sie erfahren, dass ihre Bullen für 4000 Euro verkauft wurden. „Dieser Preis ist ein Witz“, ärgert sie sich. Zudem seien unter den geschlachteten Tieren auch Zuchtbullen gewesen: „Die hätten nie verkauft werden sollen.“

Alldieweil fürchtet die Tierhalterin, die sich zusammen mit ihrer Tochter Marie-Sophie Scherr um die Rinder kümmert, dass das Veterinäramt die komplette Herde verkaufen wird: „Die wollen Fakten schaffen, und wir können uns hinterher nur noch um den Schadensersatz streiten.“ Dabei habe sie inzwischen einen Stall im Kreis Freising gefunden und entsprechend hergerichtet, sagt Scherr, sodass die Rinder dort einziehen könnten.

Davon ist dem Landratsamt in München nichts bekannt, sagt dessen Sprecherin. Sie verweist darauf, dass die Zebus in ihrer jetzigen Unterbringung „nicht ewig bleiben können. Deshalb müssen wir parallel schauen, ob wir die Tiere verkaufen können.“

Des Weiteren sollen auch die auf der Weide in Hochbrück verbliebenen Zebus abgeholt und zur Herde gebracht werden. Diese Tiere habe man damals beim Abtransport nicht einfangen können, zudem wurde es irgendwann zu dunkel, berichtet die Sprecherin. Mitte vergangener Woche seien zwei Rinder betäubt und abgeholt worden. Die restlichen sechs Tiere sollen demnächst folgen, kündigt die Sprecherin an.

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