400 Bäume müssen gefällt werden

Akute Steinschlaggefahr: Nadelöhr an B2 wird dicht gemacht - Was die täglichen 20.000 Pendler erwartet

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Felsbrocken auf der Fahrbahn: Auf der B 2 ist das Risiko für Steinschläge besonders groß.

Ab Dienstag wird die Hauptroute von und nach Garmisch-Partenkirchen für fünf Tage gesperrt, um einen Schutzzaun zu errichten. Denn es herrscht akute Steinschlaggefahr.

Oberau/Eschenlohe – Der Auftrag ist genauestens vorbereitet. „Ich war mehrmals vor Ort und habe alles durchgeplant“, betont Hubert Mayr. Er ist Chef der Landschaftspflegefirma Mayr aus Kochel und damit der Mann, auf dem in den nächsten Tagen im Kreis Garmisch-Partenkirchen die Hoffnungen der Pendler und Touristen ruhen.

Ab kommenden Dienstag, 8. Oktober, ist die B 2 zwischen Eschenlohe und Oberau bis Samstag, 12. Oktober, voll gesperrt. Im Anschluss ist eine halbseitige Sperrung bis Freitag, 6. Dezember, geplant. Der Grund: An einem 770 Meter langen Teilstück muss ein neuer Steinschlagschutzzaun errichtet werden. Über die Folgen für Pendler und Touristen hatte merkur.de* bereits berichtet.

Die Straße ist ein Nadelöhr für Autofahrer, die nach Süden oder in die entgegengesetzte Richtung nach München wollen. 20.000 Fahrzeuge sind täglich auf ihr unterwegs. Doch zur Vollsperrung gibt es keine Alternative, da zunächst 400 Bäume gefällt werden müssen.

Oberau/Eschenlohe: Baumfällungen erfordern vollen Einsatz

„Die Arbeiten sind nicht leicht“, sagt Hubert Mayr, dessen Firma den Fällauftrag bekommen hat. „Es ist kein einziger Baum dabei, den man frei fällen kann.“ Hinzu käme, dass weder der bestehende Schutzzaun noch die unter Strom stehende nahe gelegene Bahnstrecke beschädigt werden dürfen. „Wir arbeiten mit Spezialmaschinen“, erklärt Mayr. Die Bäume seien teilweise bis zu 40 Meter von der Straße entfernt, nicht immer leicht zu erreichen und müssten stückweise abgetragen werden. Auch Kletterer sind im Einsatz. „Vier Fälltrupps arbeiten gleichzeitig“, sagt der Firmenchef. „Wenn nötig arbeiten wir im Schichtbetrieb 24 Stunden täglich durch.“

Mayr hofft, dass die Arbeiten schneller als geplant abgeschlossen werden können. Das zuständige Staatliche Bauamt Weilheim hat für diesen Fall einen Bonus versprochen. „Aber es hängt alles vom Wetter ab“, sagt Mayr.

Oberau/Eschenlohe: Kletterer hatten Gelände untersucht

Nachdem die Bäume gefällt sind, wird es eine halbseitige Sperrung mit Ampelschaltung geben, damit eine österreichische Fachfirma den neuen, vier Meter hohen Schutzzaun anbringen kann. „Er kann einen bis zu zehn Tonnen schweren Felsblock zurückhalten, der mit einer Geschwindigkeit von 70 Kilometern pro Stunde herunterfällt“, erklärt Andreas Koch von der Zentralstelle für Ingenieurbau und Georisiken (ZIG), die ein geologisches Gutachten über den Straßenabschnitt erstellt hatte. Das Ergebnis war eindeutig: „Der alte Zaun war nicht mehr ausreichend. Es bestand die Gefahr, dass er durchschlagen wird.“ Für das Gutachten hatten Kletterer das Gelände untersucht und dabei viele instabile Felsblöcke entdeckt.

„Durch den Frost-Tau-Wechsel entstehen Spalten in den Felsen“, erläutert Koch. Wenn Wasser darin gefriert, würde der Fels nach vorne gedrückt. „Deshalb war es wichtig, die Arbeiten noch vor dem Winter zu erledigen“, sagt Koch. Die Geologen konnten nicht alle einzelnen Felsblöcke beurteilen. Sie fanden aber einen vier Kubikmeter großen Bemessungsblock, mit dem sie eine virtuelle Steinschlagsimulation erstellten.

Oberau/Eschenlohe: Sprengung ist keine Alternative

Die betroffenen Blöcke zu sprengen sei keine Lösung gewesen, erklärt Koch. „Eine Sicherung am Hang war nicht möglich, weil es zu viele gefährdete Stellen sind“, sagt er. „Dann hätte die B 2 sicher für ein halbes Jahr gesperrt werden müssen.“ Zudem würden durch Sprengungen neue kleine Blöcke entstehen – die irgendwann wieder zur Gefahr werden könnten. „Mit dem Zaun sind wir jetzt für die nächsten Jahrzehnte gerüstet“, betont Andreas Koch. „Er ist auf jeden Fall ausreichend dimensioniert.“

Welche Einschränkungen es ab der kommenden Woche geben wird, können Sie in der Übersicht von merkur.de* nachlesen.

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redkationsnetzwerks.

Claudia Schuri

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