Kreuzung in Eschenried

Schleichweg im Münchner Norden: Kreuzung als Unfallschwerpunkt - nun ist alles ausgereizt

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Die drei Fahrzeuge waren nach dem Unfall an der Kreuzung vor der Gaststätte Kreuzhof am Dienstagabend abschlepp-reif. Die drei Insassen wurden mittelschwer verletzt.

Die Kreuzung in Eschenried ist ein Unfallschwerpunkt. Erst am Dienstagabend wurden wieder drei Personen verletzt. Seit Jahren versucht die Polizei, die Kreuzung sicherer zu machen. Nun ist alles ausgereizt.

Bei einem schweren Unfall in Eschenried sind am Dienstagabend drei Personen verletzt worden. Die Kreuzung Münchner Straße/Am Kurfürstenweg gehört zu den Unfallschwerpunkten im Landkreis, seit mehreren Jahren versucht die Polizei, die Kreuzung zu entschärfen. Nun bleibt wohl nur eine Ampel.

Unfallschwerpunkt im Landkreis Dachau: Immer wieder kracht es

Am Dienstagabend gegen 19.20 Uhr hatte eine 68-jährige Münchnerin mit ihrem Mini das Stoppschild an der Kreuzung missachtet. Sie kam vom Kurfürstenweg aus Graßlfing in Richtung Münchner Straße und fuhr in die Kreuzung, wie die Polizei mitteilte. Ein 34-jähriger BMW-Fahrer aus Dachau, der in Richtung München fuhr, prallte frontal gegen die Fahrerseite des Mini. Die beiden Autos wurden gegen einen VW geschleudert, an dessen Steuer ein 35-jähriger Puchheimer saß. Alle drei Beteiligte wurden mittelschwer verletzt. Der Rettungsdienst brachte sie in Kliniken nach Fürstenfeldbruck und München. Der Sachschaden beläuft sich auf 25 000 Euro. Die Feuerwehr Eschenried und das THW Dachau waren im Einsatz.

Unfallschwerpunkt bei Dachau: Stau im Münchner Norden als Faktor

„Die Kreuzung ist in den vergangenen Jahren immer wieder als Unfallschwerpunkt aufgetaucht“, sagt Richard Wacht, Verkehrsexperte der Polizei Dachau. Das Problem: Die Kreisstraße DAH 12, also die Münchner Straße in Eschenried, verbindet die B 471 bei Gröbenried mit der A 8 an der Anschlussstelle Langwied. „Wenn Stau auf der Autobahn oder auf der B 471 ist, gibt es hier vermehrt Verkehr“, erklärt Wacht. 

Wenn dann noch der Münchner Norden zu ist, sprich der Allacher Tunnel, „kommt Schleichverkehr aus Richtung MTU/MAN über den Lippweg und den Hadinger Weg, parallel zum Golfplatz bis zu der Kreuzung“. Am Stoppschild müssen die Autofahrer dann teilweise bis zu zehn Minuten warten – da die Hauptstraße ja ebenfalls stark befahren ist. 

Autofahrer an Kreuzung unter Druck?

Der Druck sei laut Wacht natürlich groß, „wenn man da vorn als Erstes steht, schon minutenlang gewartet hat“. Unter diesem Druck übersehen manche Autofahrer vorfahrtsberechtigte Verkehrsteilnehmer – und schon kracht’s. Im vergangenen Jahr seien bei acht Unfällen zehn Personen verletzt worden. Unfallursache sei sieben Mal das Missachten der Vorfahrt gewesen, so Wacht. Dazu komme die Dunkelziffer der Autofahrer, die sich geeinigt hätten. Dabei sei in den vergangenen Jahren schon vieles gemacht worden, um die Kreuzung sicherer zu machen.

Immer wieder Kracht es an Kreuzung bei Dachau: „Es ist alles ausgereizt“

Früher war die Vorfahrt nur mit dem Schild „Vorfahrt achten“ geregelt. „Dann kamen normale Stoppzeichen, dann Stoppzeichen über Kopf, hochreflektierend, zuletzt das Blinklicht dazu“, berichtet der Verkehrsexperte. Seit die Kreisstraße innerorts sei, gelten 50 km/h – es braust also keiner mit 80 Stundenkilometer vorbei. Büsche, Kleinbäume, Schilder: „Alles wurde entfernt, es herrschen freie Sichtverhältnisse!“ Die Unfallkommission habe schon einen Kreisverkehr geprüft – der „nicht umsetzbar ist“, so Wacht. Grund dafür sei zum einen der Torfboden, der nahe liegende Bach, schwierige Grundstücksfragen mit Golfclub und Wirtschaft. „Es ist alles ausgereizt – und die nächste Stufe ist nun eine Ampel“, so Wacht. „Wir haben nicht mehr viel Handlungsspielraum.“ Der Verkehr werde nicht abnehmen – im Gegenteil.

Die Unfallkommission habe die Empfehlung für eine Ampel an der Kreuzung an das Landratsamt weitergeben, das als Straßenbaulastträger und Straßenverkehrsbehörde federführend für diese Entscheidung ist. Wie Torsten Kohlmann, Leiter der Abteilung Tiefbau, mitteilte, werde der Unfallbericht der Polizei im Kreisausschuss am 7. Juni vorgestellt, dann komme auch die Kreuzung als Unfallschwerpunkt zur Sprache. „Die Kreuzung wird von einem Ingenieurbüro überplant und wir schauen, was dort möglich ist“, so Kohlmann. In Bezug auf eine Ampel gab er sich bedeckt – und wies auf die beengten Platzverhältnisse zwischen Bach, Gaststätte und Golfclub hin.

Immer wieder schwere Unfälle gibt es auch auf der A8 bei Dachau. So sprach die Verkehrspolizei bei einem Unfall im März von „aggressiver Fahrweise“, wie Merkur.de* berichtet. Bei einem anderen Unfall auf der A8 rammte ein Schwerlaster eine Brücke (Merkur.de*). Ein Autofahrer hatte bei einem weiteren Unfall das Stauende übersehen, so Merkur.de*.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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