Escortservice der Prostitution überführt

Landkreis - Die schmutzigen Geschäfte eines Escortservice im nördlichen Landkreis sind jetzt aufgeflogen: Die Betreiber sollen Frauen zur Prostitution angeboten haben, darunter auch ein minderjähriges Mädchen.

Mit exklusiver Begleitung zu geschäftlichen Terminen, Messen oder Reisen, für einen Abend, einen Urlaub oder sinnliche Momente zu zweit wirbt der Escortservice mit Hauptsitz in London auf seiner Internet-Seite. Die Agentur gibt sich seriös, und Vertrauen, so heißt es, sei „von allerhöchster Bedeutung“. Blindes Vetrauen schenkten auch die jungen Frauen, die hier arbeiteten, dem 46-jährigen Betreiber aus München und seiner 37-Jährigen Mitarbeiterin aus dem südlichen Landkreis. Viele ließen sich durch die Hoffnung auf das schnelle Geld locken. Doch schon bald stellte sich heraus, dass sich hinter dem Deckmantel eines Escortservice ein reines Geschäft mit der Prostitution verbirgt. „Der Betreiber bot im Internet die Vermittlungen von Begleitdamen an, die auch sexuelle Dienste an Kunden im Haus- und Hotelbereich gegen Entgelt leisteten“, heißt es im Polizeibericht. Ihre Provision mussten die Frauen, die bundesweit vermittelt wurden, zu einem Drittel an die Agentur abgeben.

Auch ein 17-jähriges und damit minderjähriges Mädchen ging hier von April 2008 bis April 2009 regelrecht anschaffen. Finanzielle Schwierigkeiten und familiäre Probleme hätten sie laut Polizei in die Fänge des Escortservice getrieben. Genau wie zwei 18 und 20 Jahre alte Frauen hatte die 17-Jährige bis dahin keinerlei Erfahrungen im Rotlichtmileu. Ihre Verzweiflung und Hilflosigkeit hatten sich die Betreiber zunutze gemacht.

Aufgeflogen waren die Machenschaften, weil weder die Escortagentur noch die Begleitdamen ihre Einnahmen versteuerten. Die Münchner Steuerfahndung setzte sich mit der Polizei in Verbindung. Im Laufe der Ermittlungen durch das Kommissariat 35 für Menschenhandel, Prostitution und Zuhälterei erhärteten sich die Anhaltspunkte, dass hier neben Steuerstraftaten und Sozialleistungsbetrug auch Delikte aus dem Rotlichtmileu vorliegen. Bei einer Durchsuchung bei den beschuldigten Betreibern und den Escort-Frauen im Januar fanden die Ermittler eindeutiges Beweismaterial für ihren Verdacht. Dabei handelt es sich vermutlich um Unterlagen.

Außerdem wurden bei dem Betreiber hochwertige Fahrzeuge und eine Fotostudioausrüstung gefunden und gepfändet, wodurch die bisher entstandenen Steuerschulden des Escortservice nahezu beglichen werden konnten. Weitere Ermittlungsverfahren wurden seitens der Steuerfahndung eingeleitet.

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