Eine Vision fürs Tal?

Ex-BOB-Chef fordert Tram um den Tegernsee

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Rund um den Tegernsee: Geht es nach Ex-BOB-Chef Heino Seeger, könnte hier eine Trambahn fahren.

Tegernsee – Rundherum, das ist nicht schwer – oder doch? Der Verkehrsplaner und Ex-BOB-Chef Heino Seeger fordert eine Straßenbahn rings um den Tegernsee. Wie er auch weitere schicke Visionen hat:

Etwa eine Bahnverbindung von Weilheim nach Miesbach, sozusagen eine Parallele zu der viel befahrenen Bundesstraße 472.

So könnte die Tram um den Tegernsee laufen.

Seeger ist der frühere Chef der Bayerischen Oberlandbahn, jetzt könnte er als Geschäftsführer der kleinen Tegernsee Bahn eine ruhige Kugel schieben. Das Miniunternehmen, das im Besitz der Gemeinden Tegernsee und Gmund sowie des Landkreises Miesbach ist, kümmert sich um den Betrieb von drei Bahnhöfen und die 12,4 Kilometer lange Strecke Schaftlach–Tegernsee. Viel rührt sich da nicht. Da aber Seeger schon immer gerne über den Tellerrand hinausschaute, wirbt er nun dafür, das Tegernseer Land bahnmäßig flottzubekommen. Vor Kurzem in München vor den Mitgliedern vom Fahrgastverband Pro Bahn. Die Probleme sind bekannt: „Ganz Tegernsee klagt über die Verkehrslawine. die sich jedes Wochenende bei schönem Wetter über das Tal ergießt“, sagte Seeger laut Münchner Merkur. Sein Gegenrezept ist ein Tegernseer Ringschluss – von Tegernsee über Gmund, Rottach und weiter bis nach Wildbad Kreuth. Statt einer herkömmlichen Eisenbahn favorisiert Seeger die vergleichsweise platzsparende Lösung einer Straßenbahnlinie. Notfalls ginge es sogar ohne Strom-Fahrdraht nur mit Akku-Betrieb. Platz für ein Depot in Tegernsee wäre nach Ansicht von Seeger auch. Die Tegernsee Bahn solle endlich „grünes Licht“ für eine Machbarkeitsstudie bekommen, fordert Seeger. Bis jetzt haben sich die Gesellschafter zu dem wohl mehrere Hunderttausend Euro teuren Gutachten jedoch nicht durchringen können.

Die Vision der Trasse von Miesbach nach Weilheim

Eine weitere Vision, die den anerkannten Fachmann umtreibt, wäre wohl die Aufgabe von Bund und Bahn: Seeger schlägt vor, die Städte Weilheim, Penzberg, Bad Tölz und Miesbach über eine Schienenstrecke zu verbinden. Der Anstoß kam vom Weilheimer Landrat, der sich eine Kurzstrecke Weilheim–Penzberg wünschte – wer vom einen zum anderen Ort per Bahn will, muss momentan umständlich über Tutzing fahren. Seeger: „Die Linie hätte Potenzial.“ Auch viele Schüler pendelten ist Ost-West-Richtung. Hier wäre eine Machbarkeitsstudie ein erster Schritt. Die Visionen von Heino Seeger wären ohne kleinere Maßnahmen nicht komplett. So schwebt ihm eine Verlängerung der Seilbahnverbindung an der Schliersbergalm bis zum Bahnhof Schliersee vor. Dann wäre das leidige Parkplatzproblem an der Alm gelöst. Auch sollte die BOB-Strecke elektrifiziert werden – die BOB-Züge fahren mit Diesel, müssen aber in rund zehn Jahren ersetzt werden.

Dann könnte man auf Stromfahrzeuge umstellen. Dazu müsste der Freistaat die Elektrifizierung der BOB-Strecken erst einmal für den Bundesverkehrswegeplan (der ohnehin schon übervoll ist) anmelden. Intern soll das Ministerium abgewunken haben. Die Realisierungschancen aller Visionen ist also auf kurze Sicht gering. Aber Seeger will an seinen Visionen festhalten: „Dass es vom Himmel fällt, hat auch keiner behauptet.“

Dirk Walter

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