Ex-Freund wird zum Stalker - und rastet aus

Erding – Ein 28 Jahre alter Erdinger ist nach dem Ende seiner Beziehung zum Stalker mutiert und hat seine 23 Jahre alte Ex-Freundin über Monate hinweg immer wieder bedroht. In der Nacht zum Mittwoch rastete der Mann schließlich völlig aus.

Ein wahres Martyrium hat eine 23 Jahre alte Frau aus Neustadt an der Donau mit ihrem Ex-Freund, einem 28-jährigen Erdinger, erlebt. Nicht zum ersten Mal musste die Polizei dem Stalker Einhalt gebieten und die junge Frau schützen. In der Nacht zum Mittwoch wäre die Situation um ein Haar eskaliert. Dabei hätte es Tote geben können.

Bereits vor acht Monaten ging die Beziehung zwischen dem Erdinger, der als Lagerarbeiter tätig ist, und der Neustädterin in die Brüche. Doch der 28-Jährige wollte die Abweisung nicht akzeptieren. Nach einem Bericht der Polizei in Kelheim suchte er seine Ex immer wieder auf und wollte mit ihr reden. Des Öfteren drohte er ihr an, sie zu verletzen.

Im September spitzte sich die Situation zu: Wieder einmal tauchte der Erdinger auf und versuchte, die 23-Jährige mit einer Porzellantasse zu bewerfen und dabei zu verletzen. Danach stellte er ihr mit dem Auto nach. Mit einem abrupten Bremsmanöver wollte er seine frühere Geliebte zum Anhalten nötigen. Doch die Neustädterin entkam ihm.

Im November kündigte ihr der Mann an, sie mit einer „Salve von Messerstichen“ zur Strecke zu bringen. Dabei soll er explizit geäußert haben, die 23-Jährige töten zu wollen. Bei der Vernehmung versicherte der Erdinger hingegen, dass er das niemals vorgehabt habe.

Lagerarbeiter ist mehrfach vorbestraft

Um ein Haar zum Äußersten kam es dann in der Nacht auf gestern. Gegen 4 Uhr tauchte der enttäuschte Liebhaber an ihrer Arbeitsstelle, einer Spielothek in Neustadt, auf. Er brachte ihr ein Geschenk mit, dass die Frau jedoch ablehnte. Sie brachte es zum Auto ihres Ex zurück. In dem Moment, als sie das Präsent in den Kofferraum stellen wollte, zückte der 28-Jährige eine Pistole und lud diese.

Die Frau rannte in die Spielothek zurück und verriegelte alle Türen. Kurz darauf klingelte ihr Telefon – am anderen Ende der Leitung der Stalker. Er erklärte, dass es nicht seine Absicht gewesen sei, sie zu erschießen. Tatsächlich wolle er die Waffe gegen sich selbst richten. Die verängstigte Frau verständigte die Polizeiinspektion Kelheim, die sofort eine Fahndung nach dem 28-Jährigen einleitete. Mit Erfolg, der Mann konnte noch im Wagen angetroffen werden. Neben ihm lag tatsächlich die scharfe Waffe mit einem 7,62-Kaliber.

Die Beamten nahmen dem Erdinger die Pistole weg. Er wurde wegen Bedrohung, Nachstellung und Verstoßes gegen das Waffengesetz angezeigt. Der Mann befand sich nach Angaben von Georg Huber, stellvertretender Leiter der Polizei Kelheim, den ganzen Mittwoch über im polizeilichen Gewahrsam. Ob er bis zum Prozess in Untersuchungshaft bleiben muss, entscheidet das Amtsgericht Erding. Immerhin ist der Mann einschlägig vorbestraft, der Polizei also kein Unbekannter. Zudem könnte so sichergestellt werden, dass für die 23-Jährige der Albtraum ein Ende hat und sie keine Nachstellungen mehr zu befürchten hat.

ham

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

auch interessant

Meistgelesen

Pflege zu teuer: Pensionär holt seine Frau wieder nach Hause
Pflege zu teuer: Pensionär holt seine Frau wieder nach Hause
Vermisster 23-Jähriger wieder aufgetaucht
Vermisster 23-Jähriger wieder aufgetaucht
Schulbus auf Irrfahrt: Kinder in Panik
Schulbus auf Irrfahrt: Kinder in Panik
Starnbergerin erkrankt dreimal an Legionellen
Starnbergerin erkrankt dreimal an Legionellen

Kommentare