Acht Jahre Knast für Ex-Gemeinderat

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Der Ex-Gemeinderat ging fünfmal auf Beutetour

München - Der inzwischen zurückgetretene Oberhachinger SPD-Gemeinderat Norbert J. hat vor dem Landgericht fünf Banküberfälle in Bayern und Österreich eingeräumt. Dafür wandert er jetzt für acht Jahre in den Knast.

Bei den Verbrechen in den Jahren 2006 bis 2010 hatte der Angeklagte mehr als 200 000 Euro erbeutet. Unmittelbar nach dem letzten Überfall am 19. Oktober 2010 in Schwaben wurde der 61-Jährige festgenommen. Er hatte rund 45 000 Euro Beute dabei. Der Angeklagte nannte am Mittwoch als Motiv finanzielle Schwierigkeiten seiner Webdesign-Firma. Nach gut bezahlten Jobs im Verlagswesen und einem Intermezzo als freiberuflicher Redakteur, Produzent und Layouter hatte der Ex-Kommunalpolitiker eine Firma aufbauen wollen – dies sei nicht gelungen.

Im April 2006 begann er seine Überfallserie – stets nach demselben Muster: Der 61-Jährige maskierte sich mit Rollkragenpullover, Mütze und Sonnenbrille und drohte auf einem Zettel mit einer „scharfen Bombe“, die er aus Handys, Nägeln, blinkenden Lampen und Batterien gebastelt hatte. Die größte Summe von 134 000 Euro erbeutete der Mann im April 2008 im österreichischen Tannheim. Der heute 61-Jährige „räumt die Vorwürfe gemäß der Anklage vollinhaltlich ein“, so die Verteidigung. Er habe sich bei den betroffenen Bankangestellten entschuldigt. Als Schadenswiedergutmachung hat der Ex-Gemeinderat laut Anwalt eine Immobilie verkauft und 160 400 Euro bei der Gerichtskasse hinterlegt.

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