Zweite Tat binnen einer Woche

Exhibitionist belästigt drei Mädchen

Altenerding - Tritt hier ein Wiederholungstäter auf? Zum zweiten Mal binnen einer Woche hat sich in Altenerding ein Exhibitionist Kindern genähert.

Die erste Tat hatte sich voriges Wochenende im Stadtpark zugetragen, als ein Unbekannter vor den Augen zwei Kinder seinen Unterleib entblößte. Nun kam es in diesem Bereich zu einem neuerlichen Vorfall, diesmal auf dem Fußweg zwischen der Parkstraße und dem S-Bahnhof.

Johannes Wolter, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord, berichtet, dass am Donnerstag drei zwölf und dreizehn Jahre alte Kinder kurz nach 16 Uhr auf dem Heimweg von der Mädchenrealschule Heilig Blut waren. In einem Gebüsch kauerte ein zirka 25 bis 30 Jahre alter Mann. Er suchte offensichtlich Blickkontakt zu den Mädchen. Seine Hose stand offen, unverhohlen manipulierte er an seinem Geschlechtsteil.

Die Kinder zeigten sich äußerlich unbeeindruckt, wandten sich ab und liefen nach Hause. Der Unbekannte folgte ihnen nicht. Eine der Zwölfjährigen informierte ihre Eltern, die die Polizei einschalteten.

Der Mann ist zwischen 25 und 30 Jahre alt und zirka 1,80 Meter groß. Er trug einen dunklen Drei-Tage-Bart. Dem ersten Anschein nach handelt es sich um keinen Ausländer. Zur Tatzeit trug er einen dunkelgrauen Kapuzenpulli, eine dunkle Jacke und eine blaue Jeans. Zwar weicht diese Personenbeschreibung vom ersten Sexualstraftäter ab. „Solche Darstellungen sind aber höchst subjektiv. Daher kann es gut sein, dass es sich um ein- und denselben Täter handelt“, so Wolter. Die Kripo Erding, die das Gebiet verstärkt überwacht, erbittet Hinweise unter Tel. (0 8122) 96 80.

Was treibt Männer an, sich unbekannten Kindern in sexueller Weise zu nähern? Dr. Dirk Bremer vom Isar-Amper-Klinikum Taufkirchen erklärt, „dass es mehrere Ursachen geben kann, die moralisch nicht zu bewerten sind, bei der Strafzumessung aber eine große Rolle spielen“. So könnten Suchterkrankungen ein Auslöser sein. Aber auch hirnorganische Veränderungen, sprich Erkrankungen, kämen in Frage. In selteneren Fällen sei das Entblößen Folge einer Psychose. Bremer berichtet zudem von Menschen, deren sexuelle Erregung auf diese Weise gesteigert werde. „Für solche Menschen stellen exhibitionistische Handlungen eine Art Kick dar, einen besonderen Reiz.“ Alle Ursachen seien behandelbar. „Dazu müssen wir den Menschen aber kennenlernen.“ In der Gesamtheit würden solche Handlungen als „Störung der sexuellen Präferenz“ eingestuft.

Hans Moritz

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