Vater äußert sich

Exklusive Fotos: DAS ist der S-Bahn-Schütze von Unterföhring 

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Der Täter als Erwachsener. 

Lange lebte der S-Bahn-Schütze von Unterföhring in den USA und besaß sogar eine kleine Firma. Doch was trieb den Täter nach Bayern? Seine Reise gibt Rätsel auf.

München - Als er ein kleiner Junge war – da schien sein Lebensweg gesichert: Geboren in Bayern, geliebt und behütet aufgewachsen in Kalifornien und Colorado. Mittelpunkt einer liebevollen, musischen Familie. Der Älteste von drei Knaben, denen die Eltern vieles ermöglichten. Die ganze Welt schien Alexander B. offen zu stehen. Doch dann kamen psychische Probleme und offenbar auch Drogen ins Spiel. Am Ende seiner ruhelosen Wanderung war Alexander ein Getriebener. Am Dienstag schoss er im Wahn die Polizistin nieder. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen Mordversuchs.

Der Täter als kleiner Bub in den USA.

Als Musiker reisten Alexanders Eltern in jungen Jahren mit den größten Symphonie-Orchestern durch Europa, lehrten auch am Richard-Strauss-Konservatorium und der Hochschule für Musik in München. In dieser Zeit knüpften die beiden weltweit Kontakte und Freundschaften. Nach der Geburt ihrer Söhne emigrierte die Familie nach Los Angeles und nach dem großen Erdbeben von 1994 nach Fort Collins/Colorado. Dort ist die Familie, die Kindern Musik-Therapien ermöglicht, hoch angesehen. Alexander jedoch trat nicht in die Fußstapfen der Eltern. Er wurde Elektriker. In den letzten 20 Jahren zog er 16 Mal um, öfter nur in derselben Straße. In Fort Collins betrieb er als Handwerker zuletzt eine kleine Elektrofirma und besaß hierfür auch eine Lizenz.

Für 7. 000 Euro kaufte er eine Dreizimmerwohnung in seiner Heimatstadt. In den vergangenen sieben Jahren aber war er in Henderson/Nevada südlich von Las Vegas gemeldet. Öfter war er in Europa und auch in Bayern. Hier fiel er 2014 wegen des Besitzes einer kleinen Menge Cannabis zum Eigenkonsum auf. Das Verfahren wurde wegen Geringfügigkeit eingestellt. Auch in den USA soll der 37-Jährige nach Informationen von US-Medien wegen Körperverletzung, Alkoholmissbrauchs und Diebstahls aufgefallen sein.

Anfang Juni brach Alexander B. zu seiner bislang letzten Europareise auf. Seine Ziele: Athen, Prag und Berlin. Überall wollte er ein paar Tage bleiben und Verwandte und Freunde besuchen. Zu seinen Eltern hielt er immer Kontakt, auch auf Reisen. Die tz erreichte seinen verzweifelten Vater am Dienstag wenige Stunden nach den Schüssen. Der Vater reagierte überrascht: „Was macht er denn in München? Er wollte doch nach Prag!“

Nach Polizeiinformationen kam Alexander B. am Montag aus Athen am Münchner Flughafen an. Er suchte sich kein Zimmer, sondern trieb sich die ganze Nacht am Airport herum. Offenbar ging es ihm nicht gut. Um 8.03 Uhr stieg er in S-Bahn S8 in Richtung Innenstadt. Sein Ziel: Vermutlich der Münchner Hauptbahnhof und von dort mit dem Zug oder Bus nach Prag. In der S8 fiel er mehreren Reisenden auf, weil er verwirrt und aggressiv wirkte und in englischer Sprache Selbstgespräche führte. Ausdruck einer mutmaßlichen Bewusstseins-Störung, die nur eine gute halbe Stunde später zur Katastrophe führen sollte...

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