Mehr Mobilität im Ampertal

„Expressbus A 9“: Konzept stößt auf Skepsis

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Von Schweitenkirchen zur U-Bahn nach Garching: Der Arbeitskreis Mobilität der ILE-Ampertal hat sich Gedanken über einen Expressbus gemacht. 

Der Arbeitskreis Mobilität der ILE Ampertal war fleißig: Man hat ein Konzept für einen „Expressbus A 9“ ausgearbeitet und dem Gemeinderat Allershausen vorgestellt. Der Ansatz überzeugte, doch die Skepsis war groß.

Allershausen „Der Leidensdruck ist noch nicht groß genug. Die Leute setzen sich lieber ins eigene Auto und stehen im Stau.“ So analysierte Nina Huber (PFW) den Grund, wieso sich Pendler fast täglich auf der A 9 über das hohe Verkehrsaufkommen ärgern, trotzdem aber nicht auf andere Verkehrsmittel umsteigen. Und deshalb war Huber auch nicht sehr optimistisch, dass das vom AK Mobilität der ILE präsentierte Konzept eines Expressbusses, der Pendler schnell von Schweitenkirchen zur U-Bahn nach Garching-Hochbrück bringen könnte, von Erfolg gekrönt wäre. Allershausens SPD-Gemeinderat Josef Lerchl und seine Fahrenzhausener Kollegin Eva Stocker (Freie Bürgerliste) hatten am Dienstag dem Gemeinderat Allershausen die Überlegungen zur Einführung eines solchen Expressbusses vorgestellt: Angesichts eines zunehmenden Pendleraufkommens müsse etwas geschehen, so der Ansatz.

Das Problem: Zur Autobahn gebe es für das Ampertal praktisch keine sinnvolle ÖPNV-Alternative. Die derzeitige Busverbindung (Linie 695) von Allershausen nach Garching-Hochbrück sei mit nur vier Fahrten täglich und 31 Haltestellen für München-Pendler wenig attraktiv. Anders wäre das bei einem Expressbus, der stündlich zwischen 5 und 17 Uhr verkehre, in Stoßzeiten vielleicht sogar im Halbstunden-Takt, und der von Schweitenkirchen über Allershausen und Eching nach Garching gerade mal 40 Minuten benötige. Voraussetzungen wären in erster Linie geeignete und neue Haltestellen im Bereich der Autobahnanschlussstellen Schweitenkirchen, Allershausen und Fürholzen und die Errichtung von P+R-Plätzen dort.

Neben diesen einmaligen Investitionen dürften, so haben Gespräche und Recherchen des AK ergeben, folgende jährliche Kosten anfallen: Würde man den Expressbus nur von Montag bis Freitag verkehren lassen, koste das 580 000, fahre er an 365 Tagen pro Jahr, dann käme man auf 870 000 Euro. Würde man nur wochentags fahren, aber zu Stoßzeiten zusätzliche Fahrten anbieten, läge man bei 680 000 Euro. Das Fahrgastaufkommen werde auf 400 bis 590 Nutzer geschätzt. Dass so eine Alternative irgendwann einmal kommen müsse, darüber waren sich die Gemeinderäte einig. Das könne aber, wenn überhaupt, nur funktionieren, wenn das Angebot flächendeckend und gemeindeübergreifend sei, so Peter Colombo (PFW). Denn sonst, so betonte auch Anton Schrödl (CSU), ergehe es diesem Projekt genauso wie dem ersten Versuch, so einen Expressbus einzuführen, den man mangels Zuspruch nach einem Jahr wieder eingestampft habe. Stocker und Lerchl wussten, dass dies ein langfristiges Projekt sei, das den Arbeitskreis auch noch sehr fordern werde. Jetzt will man die Vorschläge in das geplante Integrierte Mobilitätskonzept „Mittlere Isarregion & Ampertal“ einbringen, für dessen Umsetzung bekanntlich Leader-Zuschüsse winken.

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