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Wegen Moos auf der Garage: Anwohner fordern Fällung von uralter Eiche - Klare Ansage von Gemeinde

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Von: Franziska Seliger

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Der Baum bleibt stehen: Die Eiche „Am Sternanger“ wird weder versetzt noch gefällt. Das hat der Gemeinderat am Mittwoch einstimmig entschieden.
Der Baum bleibt stehen: Die Eiche „Am Sternanger“ wird weder versetzt noch gefällt. Das hat der Gemeinderat am Mittwoch einstimmig entschieden. © Seliger

Sie gilt als einer der besonders prächtigen Bäume in Benediktbeuern: die Eiche in der Straße „Am Sternanger“. Anwohner forderten die Fällung des Baumes, der laut Gemeinde völlig gesund ist.

Benediktbeuern – Es sind gleich mehrere Dinge, die die Bewohner eines Mehrfamilienhauses „Am Sternanger“ an dem Baum stören, dessen Alter in der Gemeinderatssitzung am Mittwoch auf bis zu hundert Jahre geschätzt wurde. Wie Bürgermeister Anton Ortlieb in der Sitzung aus dem Antrag der Bewohner zitierte, habe die Eiche durch ihren Schattenwurf unter anderem dafür gesorgt, das auf der unweit des Baumes stehenden Garage Moos gewachsen sei. Außerdem könnte die Antennenanlage des Gebäudes wegen des Baumes nicht optimal ausgerichtet werden.

Moos auf der Garage und Schatten auf Balkon: Anwohner fordern Fällung von alter Eiche

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Neben diesen beiden Hauptkritikpunkten stören sich die Hausbewohner scheinbar auch generell daran, dass der Baum die Balkone und Gärten beschattet sowie an seinen herabfallenden Blättern. Wegen ihnen müssten sie regelmäßig Dachrinnen ausräumen und Laub zusammenrechen, wie der Bürgermeister weiter ausführte.

Die Eiche sei für das Wohngebiet zu groß, kritisierten die Hausbewohner, sagte Ortlieb. Er betonte, der Baum werde regelmäßig einer Baumkontrolle unterzogen – auch heuer sei das geschehen. Das Ergebnis dieser jüngsten Untersuchung: Der Baum weise „keine Schäden“ auf und sei absolut gesund.

Anwohner wollen Fällung von alter Eiche: Untersuchung zeigt - Baum ist absolut gesund

Zudem, so Ortlieb weiter, sei die Eiche schon vor dem Bau des Hauses da gewesen. Um sie zu erhalten, habe man vor Jahren sogar extra die Zufahrtsstraße um den Baum herumgebaut. Vor diesem Hintergrund meinte Rudi Mühlhans nur: „Augen auf beim Wohnungskauf.“ Und überhaupt: „Einen gesunden Baum schneidet man nicht um“, so der FBM-Gemeinderat.

Fraktionsübergreifend stieß der Antrag, die Eiche zu fällen oder zu versetzen, auf Kritik. Letzteres sei angesichts ihrer Größe auch gar nicht möglich, so Ortlieb. Die Eiche zu fällen und an anderer Stelle eine Ersatzpflanzung vorzunehmen, wie von den Antragstellern vorgeschlagen, kam für ihn ebenfalls nicht in Frage.

Zudem verwies der Bürgermeister auf Studien, die ergeben hätten, dass Bäume in Zeiten des Klimawandels dazu beitragen, Innenstädte vor sommerlicher Überhitzung zu schützen. Diese Tatsache wirke sich auch positiv auf das Wohnklima in den Gebäuden aus, so Ortlieb. Den Baum stark zurückschneiden könne man auch nicht. Denn dann würden dünnere Äste nachwachsen. Das würde nicht nur die prachtvolle Gestalt des Baumes schmälern, sondern könnte auch zum Sicherheitsproblem werden.

Anwohnern fordern Fällung: Gemeinderätin betont - Eiche ist „Juwel von einem Baum“

Margarete Steffens (CSU) bezeichnete die Eiche als „ein Juwel von einem Baum“. Es sei für sie gar keine Frage, „dass der Baum stehen bleiben muss“. Und Fraktionskollege Hans-Otto Pielmeier betonte: „Der Baum ist eine der schönsten frei stehenden Eichen, die wir in Benediktbeuern haben.“

Markus Schambeck sprach sich ebenfalls gegen eine Fällung aus. Der FWG-Gemeinderat zeigte aber auch Verständnis für die Hausbewohner und regte an, dass man einen Fernsehtechniker entsenden solle, der nach Lösungen für das Antennenproblem suchen solle. Ein Hausmeisterservice könnte außerdem das Garagendach vom Moos befreien.

Prächtige Eiche in Benediktbeuern: Kommune will gut auf Baum aufpassen

Geschäftsleiter Michael Herrmann kam am Ende der Diskussion zu dem Schluss, dass in diesem Fall „eindeutig“ das öffentliche Interesse den Baum zu erhalten das private Interesse überwiegt. Einstimmig votierte der Gemeinderat gegen die Beseitigung der Eiche.

Ralph Seifert (FBM) mahnte vor dem Hintergrund dieser Entscheidung an, dass die Kommune nun gut auf den Baum aufpassen sollte – nicht, dass ihm als Folge davon etwas passiert.

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