Schon wieder!

Fahrkartenautomat gesprengt - Polizei vermutet Serientäter

+
Das ist vom zweiten Fahrkartenautomaten übrig geblieben, der am Sonntag gesprengt worden ist.

Innerhalb von zehn Tagen sind am S-Bahnhof Grub beide Fahrkartenautomaten in die Luft gejagt worden. Der zweite wurde am Sonntag gesprengt, die Täter sind auf der Flucht. 

Grub – Am S-Bahnhof in Grub gibt es seit Sonntag keinen Fahrkartenautomaten mehr. Nachdem am 16. Februar das Gerät auf dem Bahnsteig Richtung München gesprengt worden ist, haben unbekannte Täter am Sonntagmorgen auch den zweiten (Bahnsteig Richtung Erding) in die Luft gejagt. Wieder stahlen sie das Geld, das sich in dem Automaten befand. Der angerichtete Schaden beträgt ersten Schätzungen zufolge mehr als 60.000 Euro, ähnlich wie vor zehn Tagen. Hinweise auf die Täter gibt es bislang keine, meldet die Polizei. Das Landeskriminalamt (LKA) hat die Ermittlungen aufgenommen, zur Spurensicherung musste am Sonntag der S-Bahnverkehr zwischen Markt Schwaben und Feldkirchen gesperrt werden.

So sah es am 16. Februar aus, nachdem der erste Fahrkartenautomat gesprengt worden war. 

Weil es am Gruber S-Bahnhof keine Videokameras gibt, konnten die Täter unerkannt arbeiten. Im direkt am nördlichen Bahnsteig angrenzenden Biergarten des Gasthofs Grub gibt es zwar eine Videoüberwachung, aber darauf sind keine Personen zur fraglichen Tatzeit zu erkennen. Wirt Adrian Cavojsky, der im Obergeschoss des Wirtshauses wohnt, berichtete am Montag, dass er von beiden Sprengungen, die mutmaßlich nachts durchgeführt wurden, nichts mitbekommen habe. „Unsere Fenster sind so dicht, da hört man nicht mal einen Lkw vorbei fahren.“

Cavojsky vermutet, dass die Täter zu einer Zeit aktiv waren, als ein Güterzug auf der Strecke durchgefahren ist. Das sei zum einen sehr laut, und zum anderen dauere es ein bis zwei Minuten, bis sämtliche Waggons vorbei sind.

Experten vom LKA haben Sprengstoffspuren gesichert, die nun genau untersucht werden. Ersten Erkenntnissen zufolge gehen die Ermittler von einem Zusammenhang aus zwischen den beiden Taten in Grub und jenen am 6. Februar im Gemeindegebiet Burgthann (Landkreis Nürnberger Land) und am 9. Februar in Weißenohe (Kreis Forchheim). Auch dort wurden Fahrkartenautomaten gesprengt. Das LKA hat nun eine Ermittlungsgruppe „Automat“ eingerichtet.

„Bei der Tatausführung wurde eine blaue Farbpatrone des Security-Packs einer Geldkassette ausgelöst“, berichtet das LKA über die Sprengung vom Sonntag in Grub. Demzufolge müssten die Täter blaue Farbe abbekommen haben.

Ein Passant hatte den zerstörten Automaten um 5.23 Uhr bemerkt und der Polizei gemeldet.

Zur Situation am S-Bahnhof, wo es nun keinen Fahrkartenautomaten mehr gibt und die beiden Wartehäuschen durch die Sprengungen stark beschädigt worden sind, wollte die Bahn am Montag keine Auskünfte geben. Man warte die Ermittlungen ab, teilte ein Sprecher mit.

Zeugenaufruf

Das Landeskriminalamt bittet die Bevölkerung um Mithilfe und stellt folgende Fragen:

• Wer hat die Sprengung des Fahrkartenautomaten am Sonntag, 25. Februar, mitbekommen und kann Angaben über die genaue Tatzeit machen?

• Wem sind in den frühen Morgenstunden des Sonntags im Bereich des Bahnhofs in Grub Personen oder Fahrzeuge aufgefallen?

• Wer hat im Vorfeld in der näheren Umgebung Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit der Sprengung des Fahrkartenautomaten stehen könnten?

• Wem sind Personen oder Sachen aufgefallen, die blaue Farbanhaftungen aufweisen?

• Wer kann sonst sachdienliche Hinweise zur Tat oder zu Tätern geben?

Hinweise nimmt das LKA entgegen, Telefon (089) 1212-0, oder jede andere Polizeidienststelle.

Auch interessant

Meistgelesen

Flammen-Inferno! Großeinsatz in der Nacht zum Pfingstsonntag
Flammen-Inferno! Großeinsatz in der Nacht zum Pfingstsonntag
Grüne vermuten „Riesen-Sauerei“ im Stadion
Grüne vermuten „Riesen-Sauerei“ im Stadion
“Elendig langsame Drehtüren“ am Flughafen München - die Erklärung lässt erschaudern
“Elendig langsame Drehtüren“ am Flughafen München - die Erklärung lässt erschaudern
“Für normal denkende Menschen nicht nachvollziehbar“: Vandalen wüten am Karlsfelder See
“Für normal denkende Menschen nicht nachvollziehbar“: Vandalen wüten am Karlsfelder See

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.