Mindestens 23 Tote bei Angriff auf Bus mit Christen 

Mindestens 23 Tote bei Angriff auf Bus mit Christen 

Mann gefasst - 5 Jahre Haft drohen

Stalker gibt seine Taten zu

Diese Todesanzeige erschien in der SZ

München - Steffi (17) machte eine sehr schwere Zeit durch - zuletzt schaltete ihr Stalker sogar eine falsche Todesanzeige für die Ismaningerin. Jetzt wurde der Mann gefasst - und hat die Taten zugegeben.

Wie die Polizei jetzt mitteilt, wurde der Stalker jetzt gefasst. Es handelt sich um einen 43-jährigen Mann. Er lebt in München, ist ledig und hat keine Kinder. Der Mann ist ein ehemaliger Arbeitskollege des Opfers.

Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch sagte am Donnerstag, dass der 43-Jährige die Vorwürfe eingeräumt habe. Der Mann habe angekündigt, später weitere Angaben zu den Taten machen zu wollen.

Der 43-Jährige hat die 17-jährige Steffi aus Ismaning monatelang belästigt, mit Anrufen und SMS.

Einen Höhepunkt erreichte das Stalking, als der Mann eine Todesanzeige für das Mädchen in der Süddeutschen schaltete.

Erste Untersuchungen im Umfeld des Mädchens im Frühsommer hätten noch keine Hinweise auf den jetzt Festgenommenen erbracht, sagte Kripo-Ermittler Marco Müller. Bereits damals sowie nach dem Erscheinen der Todesanzeige hatte die Familie jeweils Anzeige erstellt. Am Sonntag schließlich drohte der Mann, das Mädchen würde den nächsten Tag nicht überleben. Bei der Rückverfolgung der Daten gelang der entscheidende Treffer, berichtete Müller: „Der Stalker hatte einen Fehler gemacht und einmal seine Echtpersonalien angegeben.“

Die Folge waren ein Durchsuchungsbeschluss und ein Haftbefehl. Der Tatverdacht gegen den 43-Jährigen hat sich laut Polizei schnell erhärtet. Das Motiv ist - anders als in vielen ähnlichen Fällen - wohl nicht verschmähte Liebe. Unklar blieb auch, ob der Mann die Jugendliche zufällig als Opfer ausgewählt hatte. Der mutmaßliche Täter sei sehr trickreich vorgegangen und habe immer wieder falsche Spuren gelegt. „Uns war es wichtig, den Täter schnell zu fassen, damit das Mädchen wieder ruhig schlafen kann“, sagte Müller. Das Leid der Familie sei erheblich.

Oberstaatsanwalt Steinkraus-Koch sagte, aufgrund der schweren gesundheitlichen Schäden bei dem Opfer sei ein Strafmaß von drei Monaten bis zu fünf Jahren für den Täter möglich. „Stalking in der Form habe ich noch nicht erlebt“, betonte Steinkraus-Koch. Die Ermittlungen gestalteten sich bei Stalking generell schwierig, weil Provider Daten nicht mehr über einen bestimmten Zeitraum speichern müssen, betonte Müller. In diesem Fall konnte zeitnah ermittelt werden, so dass noch Daten vorhanden waren. Die Daten aus dem Mai und dem Juni seien jedoch schon nicht mehr abrufbar.

Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) sprach sich nach der Klärung des Falls dafür aus, eine Lücke im Stalking-Paragrafen zu schließen. Denn der Straftatbestand sei nur dann erfüllt, wenn das Nachstellen zu einer Beeinträchtigung der Lebensführung des Opfers führe. „Das hat zur Konsequenz, dass Opfer, die sich nach außen hin stark zeigen und ihr Leben nicht umstellen, durch unser Strafrecht häufig ungeschützt sind.“ Der Münchner Fall habe gezeigt, „wie weit Stalking gehen und welche Belastungen es für das Opfer bedeuten kann“.

Auch interessant

Meistgelesen

Bombenalarm am Gymnasium Tutzing: Abi-Prüfungen fanden statt
Bombenalarm am Gymnasium Tutzing: Abi-Prüfungen fanden statt
Flugzeugteil auf Weide gestürzt - das sagt der Landwirt
Flugzeugteil auf Weide gestürzt - das sagt der Landwirt
Freund beim Sexspiel mit Kreissäge getötet - Urteil
Freund beim Sexspiel mit Kreissäge getötet - Urteil
Flüchtlinge treten vor dem Landratsamt Ebersberg in Hungerstreik
Flüchtlinge treten vor dem Landratsamt Ebersberg in Hungerstreik

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion