Ehemann springt auf A95 vor Auto

Familiendrama: In diesem Haus starb Rosemarie K.

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In diesem Haus in Geretsried wurde Rosemarie K. getötet.

Geretsried - Bei einem Ehedrama am Mittwochabend im Geretsrieder Stadtteil Gartenberg hat ein 58-Jähriger seine Frau getötet und sich anschließend auf der A 95 vor einen Wagen gestürzt.

Mögen die Toten in Frieden ruhen. Für die Lebenden jedoch brach in dieser schrecklichen Nacht die Welt zusammen: Innerhalb weniger Stunden hat eine junge Frau in Geretsried beide Eltern unter wahrhaft dramatischen Umständen verloren. Kurz vor Mitternacht fand sie am Mittwoch ihre ermordete Mutter Rosemarie K. (56) in einer großen Blutlache in der Wohnung der Eltern. Kurz darauf überbrachte die Polizei der jungen Frau die zweite Hiobsbotschaft. Der Mörder war ihr Vater Wasili K. (58) gewesen. Auch er hat die Nacht nicht überlebt. Um 23.40 Uhr sprang er auf der A95 bei Schäftlarn aus der Dunkelheit vor einen vorbeifahrenden Mercedes und war sofort tot.

Ehedrama in Geretsried: Bilder von den Tatorten

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Massive Eheprobleme waren offenbar der Auslöser für das Drama, das am Mittwoch in der Zeit zwischen 20.30 Uhr und 22 Uhr völlig unbemerkt von allen Nachbarn in dem Mehrfamilienhaus in Geretsrieder Stadtteil Gartenberg geschah. Das Ehepaar stammt aus Russland, lebte schon seit über fünf Jahren in der Wohnung im Erdgeschoss. Im Gegensatz zu ihrem Mann, der nach all den Jahren noch mit großen Sprachproblemen kämpfte, war die ehemalige Postangestellte Rosemarie K. eine stets freundliche und kontaktfreudige Frau. Sie pflegte eine gute Nachbarschaft, sprach sehr gut Deutsch und nahm gern für die Nachbarn die Pakete an. Engere Freundschaften im Haus gab es nicht. Und so bekam auch niemand mit, dass es um die Beziehung der beiden nicht zum Besten stand. Man sah sie öfter zusammen beim Einkaufen. Auch die erwachsenen Kinder – ein Sohn und eine Tochter – kamen oft vorbei. Die Tochter betreibt in Geretsried nicht weit von den Eltern entfern ein eigenes Geschäft. Sie war es auch, die am Mittwoch die tote Mutter fand. Der Notarzt konnte nicht mehr helfen. Rosemarie K. wurde von ihrem Mann vermutlich erschlagen. Die Untersuchungen der Weilheimer Kripo dauern dazu noch an.

Gegen 22 Uhr hatte sich an diesem Abend ein S-Bahnfahrer aus dem Raum Wolfratshausen bei der Polizei gemeldet. Er gab an, soeben einen Menschen auf den Gleisen gesehen zu haben, der im letzten Moment wegsprang, aber noch gestreift worden sein könnte. Vermutlich ein Selbstmörder. Wasili K.? Eine Absuche der Bundespolizei mit Rettungskräften und Hunden verlief ohne weitere Erkenntnisse. Zu diesem Zeitpunkt fuhr der 58-Jährige in seinem Audi vermutlich ziellos durch die Nacht. Gegen 23.40 Uhr stellte er sein Auto auf dem Standstreifen der Autobahn A95 bei Schäftlarn ab. Ein zufällig vorbeifahrender Mercedesfahrer aus Weilheim hielt den Audi für einen Pannenwagen. Plötzlich der Schatten von rechts, dann ein furchtbarer Knall. Die Windschutzscheibe barst unter dem massiven Aufprall von Kopf und Körper. Teile der Autoverkleidung wurden weggerissen. Wasili K. war sofort tot.

Der bedauernswerte, völlig unbeteiligte Autofahrer aus Weilheim blieb körperlich zwar unverletzt. Er erlitt jedoch einen schweren Schock und wurde behandelt.

Dorita Plange, Sebastian Dorn 

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