Betäubt, vergewaltigt, gefilmt

Familienvater soll im Gartenhaus über Buben hergefallen sein

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Hinter einem Aktenordner verbarg Andreas G. (47) sein Gesicht. Er ist als Kinderschänder angeklagt und sitzt seit einem Jahr in Untersuchungshaft.

Es sind unfassbare Vorwürfe – über abscheuliche Verbrechen! Ein Familienvater (47) aus Unterschleißheim (Landkreis München) soll mehrere Buben in seine Wohnung und Gartenhaus eingeladen und missbraucht haben.   

Unterschleißheim – Seit gestrigen Freitag muss sich Andreas G. (47) vor der Jugendschutzkammer des Landgerichts verantworten. Laut Anklage hat der Gebäudereiniger mehrere Buben in seine Wohnung und auch in sein Gartenhaus in Unterschleißheim eingeladen. Dort soll es zwischen März 2015 und Juli 2016 zu sexuellen Übergriffen gekommen sein. 

Die Staatsanwaltschaft ist sicher: G. hat die Buben erst betäubt, dann vergewaltigt und etliche Taten mit seinem Handy gefilmt. Auf seinem Computer hatten Ermittler entsprechende Videos gefunden. Am 25. August 2016 wurde G. verhaftet.

Mit blauer Trainingsjacke betrat der mutmaßliche Kinderschänder am Freitagmorgen den Gerichtssaal. Hinter einem Aktenordner verbarg er sein Gesicht und zog die schwarze Schirmmütze tief über die Stirn. Denn auch die Eltern der Buben waren zum Prozess gekommen. Einige weinten leise, als die Anklage verlesen wurde.

Betäubungsmittel in den Kakao gemischt

Konkret wirft die Staatsanwaltschaft Andreas G. vor, jeweils Freunde seiner beiden Söhne Michael und Tobias (alle Namen geändert) zu sich eingeladen zu haben. Ihnen soll er beruhigende Medikamente wie Tavor oder Lorazetapam verabreicht haben – laut Anklage, indem G. die Tabletten „in Wasser auflöste und anschließend den Geschädigten in Kakao untergemischt zu trinken gab.“ Er soll geplant haben, die Buben „zu sedieren, um sein weiteres Vorgehen zu erleichtern“. Als sie eingeschlafen waren, verging er sich an ihnen.

Laut Anklage in 13 Fällen, neun Mal soll Andreas G. seine Taten gefilmt haben. Dafür droht ihm nun jahrelange Haft! „Er hat immer viel mit ihnen unternommen, wir hatten nichts geahnt“, sagt eine betroffende Mutter zur tz. Erst, als einer Buben mit allergischer Reaktion in die Klinik musste, stellten die Ärzte in seinem Blut die Medikamente fest – so flog der Missbrauch auf. „Wir waren entsetzt“, sagt die Mutter.

Als Andreas G. zu den Vorwürfen aussagte, schloss Richterin Sigrun Broßardt die Öffentlichkeit aus. Begründung: Da er Angaben über intime Neigungen und zum Sexualleben machen musste, seien seine Interessen „schützenswert“.

Vor Gericht mussten die Eltern später Videos der Taten ansehen. „Und das sind nur die, die nachgewiesen wurden“, so die Mutter. Urteil am 6. Oktober.

Andreas Thieme

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