Gesundheitliche Gründe

Landrat tritt zurück: Die Erklärung im Wortlaut

Landkreis - Ebersbergs Landrat Gottlieb Fauth (CSU) tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück. Das teilte er am Donnerstag mit. Hier der Wortlaut seiner Erklärung:

"Ich habe heute meine Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit bei den Mitgliedern des Kreistages beantragt. Im Jahre 2005 erkrankte ich erstmals an einer schubförmig verlaufenden entzündlichen Erkrankung des Nervensystems. Nachdem sich bereits vor zwei Jahren Zweifel an meiner Dienstfähigkeit ergeben hatten, bat ich die Regierung von Oberbayern, einen Amtsarzt oder eine Amtsärztin zu bestimmen, die mich daraufhin untersuchen möge, ob ich dienstfähig sei.

Der Regierungspräsident hat damals die Leitende Medizinaldirektorin Dr. Gisela Kreger aus München, Fachärztin für Neurologie, bestimmt.

Sie hat mich am 23. April 2010 untersucht. Bis zu diesem Zeitpunkt war mir Frau Dr. Kreger nicht persönlich bekannt. Ich erwähne dies, weil immer wieder unterstellt worden ist, ich hätte mir ein „Attest geben lassen“.

Das amtsärztliche Gesundheitszeugnis von Frau Dr. Kreger vom 6. Mai 2010, das ich seinerzeit veröffentlicht hatte, kam zu dem Ergebnis, dass ich ab Juni 2010 meinen Dienstpflichten als Landrat wieder „vollschichtig nachkommen kann“.

Im Juli 2012 hat sich mein Gesundheitszustand erheblich verschlechtert. Dies machte zunächst einen stationären Krankenhausaufenthalt und anschließend eine vierwöchige Reha-Maßnahme erforderlich. Nach meiner persönlichen Auffassung bin ich nunmehr bedauerlicherweise nicht mehr in der Lage, meinen Dienstpflichten als Landrat vollschichtig nachzukommen. Gerne hätte ich meine zweite Amtszeit, die noch bis 30. April 2014 dauert, regulär zum Abschluss gebracht. Die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Ebersberg hatten mich am 2. März 2008 erneut bereits im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit zu ihrem Landrat gewählt.

Ich fühlte mich verpflichtet, diesen Wählerauftrag zu erfüllen, kann es nun aber nicht mehr verantworten, noch rund anderthalb Jahre im Amt zu bleiben. Meinen Antrag auf Versetzung in den Ruhestand wird der Kreistag voraussichtlich bei seiner Sitzung am 15. Oktober behandeln. Er kann über diesen Antrag nach Artikel 23 des Gesetzes über kommunale Wahlbeamte nur „auf Grund eines amtsärztlichen Gutachtens, ob Dienstfähigkeit gegeben ist“, entscheiden. Ich habe meine Bereitschaft erklärt, mich den hierfür erforderlichen amtsärztlichen Untersuchungen zu unterziehen.

Mein besonderer Dank gilt meinem Stellvertreter Walter Brilmayer, der mich während meiner krankheitsbedingten Abwesenheiten stets bestens vertreten hat. Dank seines unermüdlichen Einsatzes war und ist gewährleistet, dass die Spitze des Landkreises zu jedem Zeitpunkt voll handlungs- und entscheidungsfähig ist."

Gottlieb Fauth, Landrat

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