Er verhielt sich auffällig

Feringasee: Kinderschänder festgenommen!

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Das glasklare Wasser des Feringasees in Unterföhirng zieht an schönen Tagen Tausende Badegäste an

München - Am Dienstagnachmittag hat die Polizei einen verurteilten Kinderschänder am Feringasee festgenommen, der sich auffällig verhalten hatte. Ein Badegast reagierte gedankenschnell.

Zielstrebig betraten am Dienstag zwei uniformierte Polizisten in Begleitung der Erdinger Kripo das FKK-Gelände des Feringasees in Unterföhring. Ihr Ziel: Ein Rentner (69) aus Nandlstadt (Landkreis Freising), der recht unschuldig dreinschaute und große Überraschung heuchelte. Dabei muss er genau gewusst haben, um was es geht. Dieser Mann nämlich ist nach Informationen des Bayerischen Rundfunks ein polizeibekannter Kinderschänder. Er hat seine Strafen zwar abgesessen, gilt aber nach wie vor als gefährlich. Darum wird er in der Datei für aus der Haft entlassene Sexualstraftäter (kurz HEADS genannt) geführt und steht unter Führungsaufsicht (siehe Stichwort rechts). Eine seiner Auflagen: Er muss sich fernhalten von Kindern.

Am Feringasee jedoch waren am Dienstag viele Kinder, die in Begleitung Erwachsener das FKK-Gelände betreten dürfen. Sein Pech: Ein Badegast erkannte den 69-Jährigen zufällig wieder. Da suchte der Rentner schon wieder auffällig Kontakt zu Kindern. Empört rief der Mann heimlich die Polizei an und erkundigte sich: „Darf der hier überhaupt sein?“ Nein, das durfte er natürlich nicht. Um 15 Uhr musste der Rentner seine Sachen zusammenpacken. Festnahme! Er ging ohne Widerstand mit. Zur Zeit befindet er sich im Gewahrsam der Erdinger Kripo und wird dem Haftrichter vorgeführt.

Es ist nicht das erste Mal, dass dieser Serientäter gegen Auflagen verstieß. Und auch die Therapien scheinen bei ihm nicht anzuschlagen. Er hat wegen sexuellen Missbrauchs lange Zeit im Gefängnis verbracht. Und obwohl es ihm nach der Entlassung streng verboten war, näherte er sich immer wieder Kindern. Wegen dieser Auflagenverstöße hat er bereits jeweils sieben Monate bzw. ein Jahr Haft abgesessen.

Führungsaufsicht

Unter der Führungsaufsicht versteht das deutsche Strafrecht eine Maßregel der Besserung und Sicherung. Für die Dauer der Führungsaufsicht bekommt der Verurteilte einen Bewährungshelfer, bei dem er sich regelmäßig melden muss. Der Bewährungshelfer und die zuständige Aufsichtsstelle stehen dem Verurteilten stets zur Seite. Dabei steht aber auch das Verhalten des Kandidaten auf dem Prüfstand. In anderen Staaten werden Bewährungsauflagen mit der elektronischen Fußfessel überwacht. Auch in Bayern wurde das Verfahren bereits erprobt.

Dorita Plange, Sebastian Arbinger

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