Riemerling: 24 Verletzte

Brand in Altenheim: Bewohnerin stirbt

Riemerling - Großbrand im Lore-Malsch-Altenheim in Riemerling: Bis auf drei Stockwerke hat sich das Feuer durch das Gebäude an der Friedrich-Hofmann-Straße gefressen. Für ein Bewohnerin kam jede Hilfe zu spät.

Die Hitzeentwicklung in Apartment 228 muss so groß gewesen sein, dass sogar der Ruß an den Wänden wieder verbrannte. In diesem Inferno hatte die 87-jährige Ursula R. nicht die geringste Chance: Bei einem Brand im Seniorenzentrum Lore Malsch im Hohenbrunner Ortsteil Riemerling kam am Montag eine Bewohnerin ums Leben, 13 Senioren und zehn Mitarbeiter erlitten Rauchvergiftungen. Sechs davon wurden schwer verletzt. 19 der 23 verletzten kamen ins Krankenhaus. Der Schaden in dem kürzlich erst renovierten Haus geht vermutlich in die Millionen. Mehrere Bewohner können vorerst nicht mehr in ihre Wohnungen zurückkehren.

Riemerling: Brand in Altenheim

Um 11 Uhr sprang in Haus 1 die Brandmeldeanlage der idyllisch am Wald gelegenen Seniorenresidenz an. In kürzester Zeit stand das Zimmer der 87-Jährigen Bewohnerin, die bettlägerig war und gern mal eine Zigarette rauchte, bereits im Vollbrand. Die Scheibe platzte. Schon schlugen die Flammen meterhoch über die Holzbalkone bis in den dritten und vierten Stock. In kürzester Zeit füllten sich auch die Gänge im Inneren des Hauses mit giftigen Rauch. Großalarm für mehr als 250 Retter der Freiwilligen Feuerwehren, der Rettungsdienste und der Polizei im Landkreis München.

In einer dramatischen Evakuierungsaktion holte die Feuerwehr mit Drehleiter und Fluchthauben zwölf verängstigte Menschen aus dem Haus. Pflegepersonal und Retter führten und trugen die zum Teil dementen, gehbehinderten oder an den Rollstuhl gefesselten Senioren über das äußere Treppenhaus ins Freie. Dort wurden sie sofort vom Rettungsdienst und Ärzten in Empfang genommen. Nach Abschluss der Löscharbeiten ergab sich folgendes Bild: Die Wohnung direkt über der Brandwohnung wurde von Flammen und Rauch schwer beschädigt, das Zimmer darunter vom Löschwasser. Auch Ruß richtete große Schäden an. Der südliche Flügel des zweiten Stocks gilt als unbewohnbar.

In Decken gehüllt und liebevoll betreut warteten rund 50 Bewohner zunächst in der Kantine und im Großraumrettungswagen ab. 14 Bewohner wurden im Laufe des Tages im Nachbarhaus sowie in anderen Altenheimen oder bei Angehörigen untergebracht.

Ein Mann zog sogar wieder zu seiner Frau – obwohl die beiden eigentlich schon seit Jahren getrennt leben.

Jacob Mell, Dorita Plange

Rubriklistenbild: © Gaulke

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