Schaden auf drei Millionen korrigiert

Tag eins nach dem Freisinger Großfeuer

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Von oben offenbart sich das Ausmaß des Schadens, der am Samstag bei einem Brand in der Freisinger Innenstadt entstanden ist.

Freising - Das Feuer in der Freisinger Innenstadt hat der Feuerwehr alles abverlangt. Einige Helfer gingen dabei über ihre Grenzen. Inzwischen steht auch fest, dass die entstandenen Schäden verheerender sind, als angenommen.

„Es ist geschafft. Wir konnten alle Betroffenen auf neue Unterkünfte verteilen“, sagte Robert Zellner vom Sozialamt der Stadt Freising am Montag erleichtert gegenüber dem Freisinger Tagblatt. Er hatte am Sonntag seinen letzten Urlaubstag, als ihn per Handy die Meldung vom verheerenden Brand an der Unteren Hauptstraße erreichte.

Noch am Sonntagnachmittag, als rund 160 Feuerwehrler gegen die Dachstuhlbrände kämpften, wurde Robert Zellner aktiv: „Betroffen waren drei Paare, eine neuseeländische Studentin sowie eine Familie mit einem Kind.“ Die wurde in der Notunterkunft der Stadt an der Unteren Isarau untergebracht. „Ein Pärchen konnte bei Verwandten unterkommen, ein anderes wurde vorübergehend in einer Arbeiterunterkunft einquartiert. Für das dritte Paar wird sich der Eigentümer des zerstörten Hauses um eine Lösung kümmern.“ Die Studentin könne bei einem Freund wohnen. Weitere drei Studierende, die definitiv nicht mehr in ihre Wohnung im Haus Untere Hauptstraße 44 zurückkönnen, sind in ein Studentenverbindungshaus an der Heiliggeistgasse gezogen.

"Die Mannschaft hat bis zur Erschöpfung gearbeitet"

Der Einsatz forderte von den Feuerwehrlern alles: „Wir hatten einige Männer mit Kreislaufproblemen“, resümiert Stadtbrandinspektor Anton Frankl. „Ein Feuer bei einer schwülen Hitze wie am Sonntag unter vollem Atemschutz bekämpfen zu müssen, geht an die Kondition. Da helfen irgendwann weder Traubenzucker noch Ruhepausen. Die Mannschaft hat bis zur Erschöpfung gearbeitet.“

Das Feuer, das sich unter den Dächern der Anwesen Untere Hauptstraße 40, 42 und 44 entlangfraß, war nur schwer in den Griff zu bekommen. Unter dem Blechdach und der Isolierung kroch die Glut weiter, immer wieder begann es zu rauchen und es loderten Flammen auf. Frankl: „Das war aufreibend.“ Einer der Männer war so erschöpft, dass er sich im Klinikum durchchecken ließ. Es ist aber alles wieder in Ordnung mit ihm.“ Ein Trupp von zehn Mann übernahm bis Montagvormittag die Brandwache.

Schaden wird auf rund drei Millionen Euro geschätzt

Das THW Freising war am Sonntag und am Montag mit 58 Einsatzkräften damit beschäftigt, die zerstörten Dächer mit Holz-Planen-Konstruktionen abzudecken. Dabei kam auch ein Spezialkran zum Einsatz. Und dann gab’s noch ein Problem: In einem Haus sickerte Löschwasser in den Fehlboden, der dadurch immer schwerer wurde. Als Vorsichtsmaßnahme musste der Boden von unten mit Balken abgestützt werden.

Auf etwa drei Millionen Euro wird der Schaden beziffert. Mehrere Helfer mussten wegen Erschöpfung ärztlich behandelt werden, vier Personen wurden wegen Rauchvergiftung versorgt. Ein Vater und sein Kind kamen ins Schwabinger Krankenhaus.

Die Brandfahnder der Kripo Erding nahmen am Montag ihre Ermittlungen auf: „Die Ursache für das Feuer steht nicht fest“, sagt Günther Beck vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord: „Auch nicht, in welchem Haus der Brand ausgebrochen ist.“ Möglicherweise müssen noch Spezialisten vom Landeskriminalamt hingezogen werden.

Bilder: Feuer in der Freisinger Innenstadt

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