"Es war das Herzstück des Clubs"

Feuer-Inferno am Starnberger See: 15 Boote beschädigt

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Rund 120 Einsatzkräfte waren am Freitag im Einsatz.

München - Ein Brand am Freitagabend hat das Bootshaus des Münchner Yacht-Clubs am Starnberger See vollkommen zerstört. 15 Boote wurden stark beschädigt, der Schaden beträgt rund zwei Millionen Euro.

Die Herbstsonne wärmt das West­ufer des Starnberger Sees. Würde es am Ufer nahe der Possenhofener Straße nicht so penetrant nach kaltem Rauch riechen, könnte es ein herrlicher Sonntagnachmittag sein. Doch der Geruch und ein Blick auf verkohlte Trümmer zeugen von dem Inferno, das hier wütete: Ein Brand hat am Freitagabend das historische Bootshaus des Münchner Yacht-Clubs (MYC) völlig zerstört.

Niko Stoll, Vorsitzender des Münchner Yacht-Clubs, vor dem abgebrannten Bootshaus am Starnberger See.

„Es war das Herzstück des Clubs“, sagt Niko Stoll vom MYC. 95 Jahre alt war das Gebäude, in dem die Mitglieder ihre Spinde hatten, Segel und Masten aufbewahrt wurden und in dem sich Schlafsäle befanden. Die Hitze war so stark, dass mindestens 15 Boote, die auf dem Ufer neben dem Bootshaus standen, stark beschädigt wurden. Der Schaden dürfte bei rund zwei Millionen Euro liegen. „Gottseidank konnte wenigstens unsere neue Bootshalle gerettet werden“, sagt der Vereinsvorsitzende im Gespräch mit der tz.
Zur Ursache kann Niko Stoll nichts sagen. Am Samstag seien Brandfahnder der Kripo Fürstenfeldbruck auf dem Gelände am See gewesen, am heutigen Montag kommen sie wieder. Die Brandruine ist abgesperrt, Schilder warnen vor Einsturzgefahr.

Bootshaus in Starnberg in Feuerwalze abgebrannt

Eine Starnbergerin erzählt, dass sie am Freitagabend den Brand gesehen und gehört habe. „Ich wohne gleich hier und habe gedacht, dass da eine Bombe hoch ist“, sagt sie. „Es gab eine riesige Stichflamme, und es hat wahnsinnig geraucht.“ Sie hätte an einen Anschlag geglaubt, sagt die Frau, die ihren Namen nicht preisgeben will.

Das Feuer, das am Freitag gegen 17 Uhr ausbrach, war offenbar weit zu sehen. „Ich habe zuerst Anrufe von Menschen vom Ostufer bekommen“, sagt Niko Stoll. Erklären kann er sich die Ursache nicht. „Die Elektroanlage ist vor rund fünf Jahren neu gemacht worden“, sagt er. Niemand hätte in dem Bootshaus gearbeitet, auch seien keine Elektroboote zum Laden ihrer Batterien angesteckt gewesen. Er sei aber vor allem froh, dass niemand zu Schaden gekommen sei. Ein Feuerwehrmann wurde leicht verletzt.

Der Blick beim MYC geht nach vorn. „Wir wollen das Bootshaus im alten Stil wieder aufbauen“, sagt der Vorsitzende, „so wie es vorher dagestanden ist.“ Damit der Verein wieder ein Herzstück hat.

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