Er war allein in der Wohnung

Feuer-Katastrophe: Pflegebedürftiger Mann verbrennt in seinem Schlafzimmer

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Großeinsatz im Morgengrauen: In diesem Haus in Dachau-Süd starb Sonntag früh ein 61-jähriger Mann.

Ein Zimmerbrand in Dachau-Süd hat am Sonntagmorgen ein Todesopfer gefordert. Den Rettungskräften boten sich entsetzliche Bilder. Ein Rauchmelder konnte immerhin verhindern, dass in dem Mehrfamilienhaus noch andere Menschen zu Schaden kamen.

Dachau – Als die Rettungskräfte gegen 6.45 Uhr an dem Mehrfamilienhaus an der Eschenrieder Straße in Dachau-Süd eintrafen, schlug ihnen schon im Eingangsbereich dichter Rauch entgegen. Vier Atemschutzträger bahnten sich daraufhin einen Weg in die brennende Erdgeschosswohnung. „Man konnte keine 20 Zentimeter weit sehen“, berichtet Dachaus Feuerwehrsprecher Wolfgang Reichelt. Was er und seine drei Kollegen im Schlafzimmer der Wohnung dann doch zu sehen bekamen, muss schrecklich gewesen sein: Auf dem Bett lag die völlig verbrannte Leiche eines Mannes. Ob er in den Flammen ums Leben kam oder vorher an den Rauchgasen erstickt war, muss nun die Gerichtsmedizin klären. 

Fest steht: Bei dem Brandopfer handelt es sich um einen 61-jährigen Mann, der ledig und pflegebedürftig gewesen sein soll. Laut Matthias Hartha, Polizeiobermeister an der Polizeiinspektion in Dachau, hatte der Mann die Wohnung alleine bewohnt. Fest steht außerdem, dass der Brand im Schlafzimmer ausgebrochen war. Da der Raum durch die Flammen völlig zerstört wurde, konnten die Ermittler bislang aber keine Hinweise auf die Brandursache – etwa die Reste einer Zigarette oder einer Kerze – feststellen. „Die Kollegen von der Brandfahndung haben den Fall übernommen“, so Hartha. Klar, „wir haben schon unsere Vermutungen“, gibt der Polizeiobermeister zu. Ein Ergebnis werde jedoch erst in den kommenden Tagen oder Wochen erwartet. Abgesehen vom zerstörten Schlafzimmer ist aber auch der Rest der Wohnung durch das Unglück unbewohnbar geworden. Wände und Möbel sind laut Hartha verrust und verschmort. Die Polizei beziffert den Sachschaden auf rund 50 000 Euro. 

Immerhin: Das Unglück hätte wesentlich schlimmer ausgehen können – wenn in der Wohnung des 61-Jährigen nämlich kein Brandmelder installiert gewesen wäre. Dadurch, dass die kleine Apparatur jedoch kurz nach Ausbruch des Feuers laut piepte und dadurch einen Nachbarn aus der darüber liegenden Wohnung aus dem Schlaf riss, konnte dieser schnell einen Notruf absetzen. Um exakt 6.34 Uhr wussten die Kollegen der Feuerwehr Dachau, dass an der Eschenrieder Straße ein Unglück passiert war. „Ohne den Rauchmelder hätte sich das Feuer noch minutenlang ungestört ausbreiten können“, ist sich Feuerwehrmann Reichelt sicher. Dass andere Wohnungen und vor allem andere Hausbewohner in Mitleidenschaft gezogen worden wären, ist vor diesem Hintergrund hochwahrscheinlich. 

Abgesehen vom Löschen des Feuers und der Bergung des Opfers hatten die Einsatzkräfte gestern früh jedoch noch eine andere schwere Aufgabe zu erledigen: Sie mussten, begleitet vom Kriseninterventionsteam, der Mutter des 61-Jährigen, die ebenfalls in dem Mehrfamilienhaus wohnte, die traurige Nachricht vom Tod ihres Sohnes überbringen. Die Frau erlitt einen Schock und wurde Hartha zufolge in ein Krankenhaus eingeliefert. 

Die Einsatzkräfte dürften ebenfalls noch lange an dem Einsatz zu knabbern haben – zu schrecklich waren die Bilder in der ausgebrannten Wohnung. Laut Reichelt gab es daher direkt nach dem Einsatz „eine gemeinsame Nachbesprechung“. Deren Ziel: „Das Erlebte irgendwie verarbeiten zu können.“

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