Feuerwehren sind beunruhigt - Polizei sucht nach Zeugen

Der Feuerteufel ist zurück

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Ein Jungwald in Hohenbrunn ist am Montag niedergebrannt. Es war wohl wieder der Feuerteufel.

Einen Monat war er von der Bildfläche verschwunden, jetzt hat er wieder zugeschlagen: Der Feuerteufel ist zurück im Landkreis. Der Waldbrand in Hohenbrunn geht auf sein Konto. Davon geht die Polizei aus.

Landkreis – Die Bilder erinnern stark an die Aufnahmen aus dem vergangenen April: verkohlte Baumstämme, verbrannte Erde, Einsatzkräfte der Feuerwehr, die unter größter Anstrengung gegen die Flammen ankämpfen. Am Montag brannte wieder ein Jungwald im Landkreis. Diesmal auf einer Fläche von 3500 Quadratmetern am Pframmerner Weg in Hohenbrunn.

Unweigerlich dachte man zurück an den Feuerteufel, der mutmaßlich für die Brandserie im April verantwortlich ist. Er soll innerhalb von zwei Wochen in einem Dutzend Waldstücke in und um München gezündelt und dabei tausende Quadratmeter Wald zerstört haben. Das Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) hat für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, sogar eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro ausgesetzt.

Über einen Monat hatte der Feuerteufel seither Ruhe gegeben. Jetzt hat er in Hohenbrunn offenbar zum 13. Mal zugeschlagen. Davon gehen die Brandermittler der Polizei derzeit zumindest aus. „Wir gehen entsprechenden Hinweisen nach“, sagt ein Sprecher. Jedoch gebe des den „dringenden Verdacht, dass der Wald vorsätzlich angezündet wurde“.

Bei den Freiwilligen Feuerwehren verfolgt man die jüngsten Entwicklungen mit Sorge. Sie riskieren ihre Gesundheit, wenn wieder ein Wald in Flammen steht. „Das geht jedes mal an die körperliche Leistungsfähigkeit“, sagt Robert Paul, Erster Kommandant der Hohenbrunner Wehr. Gerade der jüngste Brand in der Gemeinde war ob der eh schon heißen Temperaturen „sehr anstrengend und kräftezehrend“.

Auf eine Rückkehr des Feuerteufels könnte Paul daher freilich getrost verzichten. Schon ohne einen Brandstifter seien die Feuerwehren zu dieser Jahreszeit ständig in Alarmbereitschaft. „Wir sind im Frühjahr eh immer auf Waldbrände eingestellt“, sagt Paul, „aber die Serie dieses Jahr ist außergewöhnlich.“

In Grasbrunn schlug der Brandstifter im April gleich mehrmals zu. Der dortige Erste Kommandant Johannes Bußjäger will sich gar nicht ausmalen, was nach dem neuerlichen Auftakt der Serie folgt. „Wenn wieder jemand unterwegs ist, ist das richtig gefährlich“, sagt er. „Vor allem, wenn da jemand einen derartigen Drang verspürt.“


Zeugenaufruf

Wer hat im angegebenen Zeitraum Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesem Brand stehen könnten? Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 13, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen. Das Kommissariat 13 weist in diesem Zusammenhang auch nochmals auf die Auslobung über insgesamt 5.000 Euro (1.000 Euro vom Bayerischen Landeskriminalamt und 4.000 Euro von Privat) hin.

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