Feuerteufel in der Murnauer Klinik - Kripo ermittelt

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Großaufgebot: Am Dienstag und am gestrigen Mittwoch waren die Feuerwehren in der UKM im Einsatz.

Murnau – Die Bilanz ist beängstigend: Vier Brände in der Unfallklinik Murnau binnen drei Monaten, drei davon in diversen Toiletten, alle – bisher – mit glimpflichem Ausgang. Für die Kriminalpolizei steht fest: Hier ist jemand vorsätzlich am Werk.

Am Dienstag war es um 12.20 Uhr, am Mittwoch um 13.20 Uhr, als bei der Feuerwehr Murnau Alarm ausgelöst wurde. Ebenso wie am Dienstag hieß es auch am Mittwoch: Feuer in Toiletten der Unfallklinik, die Brandherde in Abfalleimern oder Papierhandtuchspendern. Am Dienstag war einem leitenden Angestellten der Rauch in einem WC nahe des Haupteingangs aufgefallen, woraufhin die Murnauer, Weindorfer und Seehauser Feuerwehren zum Einsatz kamen. Am Mittwoch Mittag waren es Kindergärtnerinnen der Klinik, die mit ihren Mädchen und Buben zum Mittagessen wollten, als sie die Brände, diesmal in zwei Toiletten im Untergeschoss des Haupteingangsbereiches, entdeckten. Zirka zwei Stunden zuvor hatte es im Ostbereich der Klinik, auch in einem WC, gebrannt.

„Das sind schon sehr viele Zufälle auf einmal“, meint Michael Hosp, Kommandant der Murnauer Feuerwehr. Bereits im Juli dieses Jahres waren er und seine Kollegen zweimal zur Klinik ausgerückt, um ebenfalls einen Brand in einer Toilette und am selben Tag noch einen Schwelbrand in einer Wand zu löschen. Weiter will Hosp nichts sagen. Das ist jetzt Sache der Kriminalpolizei. Diese war, wie schon am Dienstag, auch gestern vor Ort, um die Brandherde zu untersuchen. „Jetzt gehen wir von vorsätzlicher Brandstiftung aus“, sagte Sachbearbeiter Andreas Herzog. Am Dienstag hatten die Beamten noch eine fahrlässige Tat für möglich gehalten.

Für den Verwaltungsdirektor der Klinik, Erwin Kinateder, steht fest: „Hier erlaubt sich jemand einen ganz schlechten Scherz.“ Zwar tröstet es ihn, dass die Klinik brandschutztechnisch so ausgestattet ist, dass es eigentlich nie zu Feuer in größeren Bereichen kommen kann. Trotzdem: „Ich habe eine furchtbare Wut und ein ganz dummes Gefühl“, sagt Kinateder. „Uns sind 500 Patienten anvertraut, einige davon schwer gehandicapt, um die man sich massiv kümmern müsste, falls es tatsächlich zu einer Evakuierung kommen sollte.“ Auf die Vorfälle in jüngster Zeit will er mit entsprechenden Maßnahmen wie dem Absperren von Toiletten und dem Ersetzen von Papierhandtüchern reagieren.

In der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik sind 1700 Mitarbeiter beschäftigt, pro Jahr werden dort rund 40 000 Patienten stationär und ambulant behandelt.

Michaela Sperer

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