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Großeinsatz nahe München: Bauernhof in Vollbrand - Wohnhaus zerstört - Sachschaden in Millionenhöhe

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Von: Sebastian Grauvogl

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Dachstuhl, Brand, Feuerwehr, Elbach
Im Vollbrand: Sogar aus dem Dachstuhl schlugen die Flammen. © Feuerwehr Schliersee

Großbrand bei Elbach: Das Wohnhaus eines Bauernhofs ist vollständig den Flammen zum Opfer gefallen. Die Löscharbeiten dauerten die ganze Nacht. Sachschaden: rund eine Million Euro.

Update von Sonntag, 20. März, 16.30 Uhr:

Das Feuer war noch nicht aus, da rückten schon die Bagger an. Schicht für Schicht trugen sie die glühenden Dachbalken des brennenden Bauernhofs ab, um dem Löschwasser den Weg in die unteren beiden Stockwerke freizulegen. Bis in den frühen Sonntagmorgen arbeiteten Baggerfahrer und Feuerwehrleute Hand in Hand, ehe die letzten Flammen im Wohnhaus des historischen Einfirsthofs aus dem 17. Jahrhundert im Elbacher Weiler Endstall erstickt waren.

Ein nicht nur wegen der Dimension – mehr als 200 Mann von 15 Feuerwehren aus den Landkreisen Miesbach und Rosenheim waren alarmiert – außergewöhnlicher Einsatz, berichtet der zuständige Miesbacher Kreisbrandinspektor Florian Dirscherl. „Normalerweise geht das Feuer beim Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens von der Tenne aus, nicht vom Wohnhaus.“ Hier war es umgekehrt, was sich auch im Sachschaden niederschlägt. Den beziffert die Polizei in einer ersten Schätzung auf rund eine Million Euro.

Der Alarm ging am Samstag gegen 19.45 Uhr. Als die Feuerwehren Elbach, Wörnsmühl, Hundham und Fischbachau am Einsatzort in Endstall ankamen, schlugen bereits die Flammen aus dem Dachstuhl. Umgehend erhöhten die Einsatzkräfte die Alarmstufe, berichtet Dirscherl. Auch in den Nachbargemeinden heulten die Sirenen. Aus allen Richtungen eilten Feuerwehrautos herbei, um ein Übergreifen auf die angebaute und mit Rundballen bestückte Tenne sowie die Nachbarhäuser zu verhindern. Die Bewohner hatten sich da glücklicherweise schon in Sicherheit gebracht, auch das Vieh hatte den Stall unversehrt verlassen, so Dirscherl. Der Notarzt musste nicht eingreifen, die Rettungskräfte des Roten Kreuzes konzentrierten sich auf die Betreuung und Verpflegung der Feuerwehrleute.

Der Bauernhof in Elbach nach dem Feuer gleicht einer Ruine.
Einer Ruine glich das Wohnhaus des landwirtschaftlichen Anwesens am Tag nach dem Feuer. © MKF_MaxKalup

Die waren bei dem Großbrand stark gefordert, berichtet der Kreisbrandinspektor. Die Löscharbeiten gestalteten sich aus mehreren Gründen schwierig. So handelte es sich bei dem brennenden Hof um einen verputzten Holzblockbau. Weil der im Nu komplett in Flammen stand, war die Hitzeentwicklung enorm. „Ein Innenangriff war dadurch nicht möglich“, erklärt Dirscherl. Umso entscheidender war die Drehleiter der Feuerwehr Miesbach, mit der die Einsatzkräfte über den bereits teilweise eingestürzten Dachstuhl das Wasser ins Gebäude jagten. Die Atemschutzträger am Boden zielten derweil durch die geplatzten Fensterscheiben.

Logistisch herausfordernd war laut Dirscherl auch die Anfahrt. Da der Hof trotz seiner Nähe zum Ortskern von Elbach nur über eine schmale Straße zu erreichen ist und es auch am Anwesen selbst nicht viel Rangierfläche gibt, konnten nicht alle Fahrzeuge bis dahin vordringen. Die ortskundigen Elbacher Kollegen hätten dann aber zwei geländegängige Wagen der Feuerwehren Schliersee und Parsberg über Forstwege von der anderen Seite nach Endstall eskortiert, berichtet Dirscherl. „Sie haben sogar ein Furt der Leitzach durchquert.“ Aus einem nahe gelegenen Bach habe man über zwei Schlauchleitungen das Löschwasser gepumpt. Eine stabile Versorgung sei damit gewährleistet gewesen.

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Mit vereinten Kräften ist es den Feuerwehrleuten so gelungen, ein Übergreifen der Flammen auf die Tenne zu verhindern. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd berichtet, hat dabei auch eine Brandschutzwand zwischen den beiden Gebäudeteilen geholfen. Das abgetragene Brandgut hievten die Bagger laut Dirscherl zunächst auf eilig hinzugezogene Lkw, die die glimmende Fracht auf ein Feld kippten. Dies habe man in Absprache mit Gemeinde und Landratsamt so entschieden, erklärt Dirscherl. Ein Abtransport wäre zu gefährlich gewesen. „Der Fahrtwind hätte die Glut wieder anfachen können.“

Gegen 4.15 Uhr rückte der Kreisbrandinspektor vom Einsatzort ab. Brandwache habe die Feuerwehr Elbach gehalten. Noch am Sonntag nahm der Kriminaldauerdienst der Kripo Rosenheim die Ermittlungen zur Brandursache auf. Die weiteren Untersuchungen führt die Kripo Miesbach unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II durch. Warum das verheerende Feuer in dem historischen Bauernhof ausgebrochen ist, blieb am Sonntag noch unklar.

Ursprünglicher Artikel von Sonntag, 20. März, 11.30 Uhr:

Elbach - Der Notruf kam am Samstag, 19. März, gegen 19.45 Uhr. „Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens“ lautete die Erstmeldung, teilt der Miesbacher Kreisbrandinspektor Florian Dirscherl mit. Als die vier Fischbachauer Gemeindefeuerwehren am Einsatzort beim Hof Endstall ankamen, stand das Wohnhaus des Bauernhofs bereits in Flammen. Umgehend erhöhten die Einsatzkräfte die Alarmstufe. Auch in den Nachbargemeinden heulten die Sirenen. Aus allen Richtungen eilten Feuerwehrautos herbei, um ein Übergreifen der Flammen auf die angebaute Tenne und die Nachbarhäuser zu verhindern.

Feuerwehrleute beim Bauernhofbrand in Elbach
Nur von außen löschen konnten die Feuerwehrleute beim Bauernhofbrand in Elbach. Ein Innenangriff war angesichts des schnellen Ausbreitens der Flammen nicht mehr möglich. © Feuerwehr Schliersee

Bis in die frühen Morgenstunden dauerten die Löscharbeiten. Der historische Bauernhof musste noch während des Einsatzes teilweise abgebrochen werden. Nur so konnten die Feuerwehrleute auch die letzten Glutnester im verputzten Holzblockbau erreichen.

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Die Bewohner blieben bei dem Brand unverletzt, sie konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Auch das Vieh konnte sich aus dem Stall retten. Obwohl die Tenne - auch dank einer Brandschutzmauer - erhalten blieb, schätzt die Polizei den Sachschaden auf rund eine Million Euro. Der Kripo ermittelt zur Brandursache. Weitere Infos gibt es dazu bis dato noch nicht, teilt das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit.

sg

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