Schluss nach nur 13 Monaten

Münchner Burger-Kette macht Filiale dicht - Chef legt bei Anfrage wortlos auf

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Nicht zu erreichen: Das Wirtsehepaar Patricia und Nicolas Hegewisch – hier bei der Einweihung des „Burger House“ im vergangenen Jahr – war genau wie di e Münchener Firmenzentrale nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Wer als Starnberger die Küche des „Burger House“ liebt, muss im neuen Jahr nach München fahren, um seinen Appetit auf die gegrillten Fleisch-Pattys zu stillen. Die Starnberger Filiale der Kette schließt zum Jahresende ihre Pforten – gut ein Jahr nach der Inbetriebnahme.

Starnberg– Der Bahnhofplatz 2 in Starnberg, direkt gegenüber der ehemaligen Güterhalle, ist für Gastronomie keine glück- und gewinnbringende Adresse. Die Betreiber des kultigen „sowieso“ warfen im Herbst 2016 das Handtuch nach immerhin fast zehn Jahren, weil es am fachkundigen Personal mangelte – vor allem in der Küche. Dem kurz danach in die gleichen Räume eingezogenen „Burger House“ geht bereits nach 13 Monaten die Luft aus. Weil das zahlende Publikum immer weniger geworden ist.

Dabei war „Burger House“ mit großen Vorschusslorbeeren in Starnberg gestartet. Die Dependence der Münchener Edel-Burger-Kette in Starnberg war kurzfristig eingerichtet worden, als die Hamburger-Gemeinde bereits sehnsüchtig und mittlerweile immer ungeduldiger auf die angekündigte Filiale des Konkurrenten „Hans im Glück“ wartete. Dieses Restaurant konnte etliche Monate später als geplant erst im Frühjahr dieses Jahres in Betrieb genommen werden. Schuld waren Verzögerungen im Baugenehmigungsverfahren und im Bauablauf.

„Burger House“ hätte sich keine optimaleren Voraussetzungen für den Start am Starnberger See wünschen können. Und tatsächlich rannten die Burger-Freunde dem neuen Fresstempel die Türe ein. Ohne Platz- beziehungsweise Tischreservierung schon Tage vor dem geplanten Besuch ging zunächst gar nichts. Das änderte sich aber schnell, als sich schließlich auch „Hans im Glück“ anschickte, den Starnberger Markt zu erobern.

Auch wenn die Betreiber beider Burger-Ketten von geschäftsfördernder Konkurrenz sprachen, verschoben sich die Gewichte sichtlich schnell. „Hans im Glück“ profitierte mit der Filialeröffnung im Frühjahr von der beginnenden Freiluftsaison: Tische unter den leuchtend grünen Sonnenschirmen auf dem Tutzinger-Hof-Platz waren mittags wie abends rappelvoll. Beobachtern der Gastronomieszene entging nicht, dass sich die Lücken an den Tischen vor und im „Burger House“ vergrößerten. In den vergangenen Tagen und Wochen konnte man die Gäste in dem Lokal oft an zwei Händen abzählen.

Zum Publikumsschwund – möglicherweise durch die Konkurrenz vom Tutzinger-Hof-Platz ausgelöst – gesellte sich noch ein zweiter Grund. Anwohner hatten über die Ruhestörung der vor dem Burger-Restaurant rauchenden und ratschenden Gäste zunehmend Klage geführt, war aus berufener Quelle zu erfahren. Abhilfe schaffte auch nicht ein Schild an der Eingangstür des Lokals mit der Bitte, Ruhestörung zu vermeiden. Die Beschwerden mehrten sich auch auf den Seiten sozialer Netzwerke – bis dort jemand versuchte, die aufgeregten Nachbarn mit dem Kommentar zu beruhigen, dass zum Jahresende in dem Restaurant die Lichter ausgehen.

Geschäftsführer ruft zurück - und legt gleich auf

Jetzt ist es so weit: An diesem Samstag ist Feierabend im „Burger House“. Das erfuhr ein Anrufer, der einen Tisch für eine größere Gästegruppe für Mitte Januar reserviert haben wollte. Die Burger-House-Mitarbeiterin am anderen Ende der Leitung verwies ihn mit Bedauern an ein Restaurant der Kette in München.

Von Geschäftsführer Nicolas Hegewisch war keine Stellungnahme zu der Filialschließung zu bekommen. Er reagierte zwar auf unsere Bitte auf seinem Anrufbeantworter um Rückruf. Als er hörte, mit wem er es zu tun hatte, beendete er das Gespräch – ohne einen Mucks gesagt zu haben.

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