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Finanzamt klärt auf: Was Sie zur Grundsteuererklärung wissen müssen

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Von: Stephen Hank

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Die Grundsteuer muss nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts neu ermittelt werden, um alle Grundbesitzer gleich zu behandeln – hier der Blick von Norden auf die Stadt Tegernsee.
Die Grundsteuer muss nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts neu ermittelt werden, um alle Grundbesitzer gleich zu behandeln – hier der Blick von Norden auf die Stadt Tegernsee. © archiv tp

Bis 31. Oktober müssen Grundbesitzer, Haus- und Wohnungseigentümer die neue Grundsteuererklärung abgeben. Das Finanzamt Miesbach beantwortet häufig gestellte Fragen.

Warum muss eine Grundsteuererklärung abgegeben werden?

Das Bundesverfassungsgericht hat die bisherigen Berechnungsgrundlagen für die Grundsteuer als verfassungswidrig eingestuft. Bemängelt wurde vor allem, dass die Werte veraltet sind und deshalb die Grundsteuerzahler ungleich behandelt werden. Der Gesetzgeber war daraufhin verpflichtet, die Berechnung neu zu regeln.

„Die Abgabe der Erklärung dient dazu, dass die Grundsteuer von der Stadt oder der Gemeinde erhoben werden kann, in deren Gebiet das Grundstück oder der Betrieb der Land- und Forstwirtschaft liegt“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Einnahmen fließen ausschließlich den Kommunen zu.

 Warum müssen Angaben gemacht werden, die dem Finanzamt vermeintlich vorliegen?

„Der Steuerverwaltung liegen die für die Berechnung der neuen Bemessungsgrundlage notwendigen Daten zu den Grundstücken beziehungsweise Betrieben der Land- und Forstwirtschaft nicht, nicht vollständig oder nicht immer in aktueller Fassung vor“, erläutert das Finanzamt.

Beispielsweise sind Flurstücke aus dem Liegenschaftskataster nicht mit der für die Grundsteuer maßgeblichen wirtschaftlichen Einheit gleichzusetzen. „Die Grundsteuererklärung für Grundstücke in Bayern kann dabei mit nur wenigen Angaben erledigt werden“, betont die Behörde. Die dafür notwendigen Daten sind in der Regel leicht ermittelbar, nachdem das bayerische Grundsteuermodell als Flächenmodell allein auf den Grundstücks- und Gebäudeflächen sowie auf der Art der Gebäudenutzung basiert.

Muss nun mehr Grundsteuer gezahlt werden?

„Das lässt sich nicht pauschal beantworten“, stellt das Finanzamt klar. Die konkrete Höhe der Grundsteuer hängt ganz entscheidend vom Hebesatz der jeweiligen Gemeinde ab. Dieser wird voraussichtlich im Jahr 2024 neu festgelegt werden.

Die Staatsregierung appelliert an die Kommunen, den Hebesatz der Grundsteuer aufkommensneutral festzulegen. Insgesamt sollen also die Grundsteuereinnahmen einer Gemeinde nach der Reform nicht höher sein als davor. „Individuelle Belastungsverschiebungen zwischen den einzelnen Steuerpflichtigen innerhalb einer Gemeinde sind dabei aber die unvermeidbare und zwingende Folge der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts und lassen sich in keinem Reformmodell vermeiden“, räumt die Behörde ein.

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Wie kann die Grundsteuererklärung abgegeben werden?

Laut Finanzamt bestehen drei Möglichkeiten: elektronisch über das Online-Portal Elster, als PDF-Formular ausschließlich zum Ausfüllen am Computer und anschließendem Ausdruck auf www.grundsteuer.bayern.de und als Papier-Formular zum handschriftlichen Ausfüllen. Das gibt es im Finanzamt und in den Rathäusern.

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Wie unterstützt die Steuerverwaltung bei der Abgabe der Grundsteuererklärung?

Ausführliche Informationen und Erklärvideos sind unter www.grundsteuer.bayern.de abrufbar. Zudem gibt es eine Hotline: Tel. 089/30700077. Sie ist montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 16 Uhr erreichbar.

Grundsteuererklärung bis Oktober: Das sollten Sie wissen!

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