Flughafenverein spendet 5000 Euro

So können Sie Findelkind Franziska aus der Flughafentoilette helfen

+
Helfen Franziska im Haunerschen Kinderspital in ein hoffentlich glücklicheres Leben: Oberarzt Dr. Georg Münch, die Schwestern Melanie und Christina, Thomas Bihler vom Flughafenverein, Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Christoph Klein und Prof. Dr. Dr. Dieter Adam von Hauner-Förderverein. Vom Findelkind selbst durften keine Fotos gemacht werden.

Erding - Um ein Haar wäre ihr Leben zu Ende gewesen, ehe es richtig begonnen hatte. Am 30. Juli wurde Franziska in einer Parkhaus-Toilette am Münchner Flughafen gefunden. Jetzt kämpft sich das Neugeborene im Haunerschen Kinderspital zurück ins Leben - mit Hilfe vieler Ärzte, aber auch des Flughafenvereins, der das Findelkind finanziell absichert.

Franziska, so haben die Medien das Baby vom Flughafen getauft, liegt auf der Intensivstation in einem molligen Wärmebettchen. Ärzte, Schwestern und viele Apparate haben ein waches Auge auf sie, genauso ein Stoffelefant und ein Teddy. Über allen anderen Kindern auf der Intensivstation stehen Namen. Über Franziskas Bett steht “Findelkind, 45 Zentimeter, 3500 Gramm“.

Eine Woche ist Franziska jetzt alt, am 30. Juli wurde sie in der Toilette eines Flughafen-Parkhauses gefunden - im kalten Wasser einer Kloschüssel, die Nabelschnur noch am Bauch. Sie ist über den Berg. “Es geht ihr gut, sie macht gute Fortschritte”, sagt Prof. Dr. med. Christoph Klein, Ärztlicher Direktor der Kinderklinik mit Weltruf. Auch Oberarzt Dr. Georg Münch ist zuversichtlich: “Sie entwickelt sich prächtig.” Ob wirklich keine Schäden bleiben, kann heute allerdings noch keiner sagen. Immerhin: Es sieht gut aus.

Dass Franziska mit ihrem süßen schwarzen Haarschopf noch am Leben ist, ist ein Wunder. Als sie von Bundespolizisten aus dem Wasser gefischt wurde, war Franziska stark unterkühlt und nicht bei Bewusstsein. Männer der Flughafenfeuerwehr reanimierten sie - behutsam nur mit dem Druck ihrer kleinen Finger. Im Rettungshubschrauber ging es unter laufender Reanimation an die Lindwurmstraße.

"Wer weiß, wie lange Franziska in der Toilette lag?"

"Das Mädchen war in einen denkbar schlechten Zustand. Wer weiß, wie lange sie in der Toilette lag”, sagt sich Klein. Behutsam wurde die Köpertemperatur angehoben. Um sie schonend beatmen zu können, wurde sie in ein künstliches Koma versetzt. Franziska war stark, den Kampf zurück ins Leben hat sie gewonnen.

Und jetzt? “Die Mutter hat sich immer noch nicht gemeldet”, sagt der Ärztliche Direktor, der kein schlechtes Wort über sie verliert. “In welcher extremen Ausnahmesituation muss sie sich befunden haben?”, fragt er sich. “Wie verzweifelt muss sie gewesen sein, dass sie sich niemand anvertraut hat, dass sie den natürlichen Schutzreflex einer Mutter unterdrückt hat und ihr Neugeborenes in einem lebensbedrohlichen Zustand allein gelassen hat?”

Klein hat in München und an Krisenherden rund um die Welt schon viele Kinder leiden und auch sterben sehen. Es nagt an ihm, dass “das große Angebot an Schwangere in Not Franziskas Mutter nicht erreicht hat. Dabei gibt es doch Babyklappen oder die Möglichkeit der anonymen Geburt.” Mittlerweile ist ein Vormund bestellt. Melden sich die leiblichen Eltern nicht, kommt Franziska in eine Pflegefamilie und vermutlich eines Tages in liebevolle Hände von Adoptiveltern.

Thomas Bihler kennt den Fall vom ersten Tag an. Das Büro des Vorsitzenden des Flughafenvereins liegt nur einen Steinwurf vom Fundort entfernt. Nie wieder, findet Bihler, soll dieses Kind so alleine gelassen werden. Das Aufsichtsratsmitglied der Flughafengesellschaft ruft bei Direktor Klein an. 24 Stunden später ist er im Haunerschen Kinderspital - mit einer kompletten Erstausstattung in Rosa und vor allem einen 5000-Euro-Scheck.

“Franziska ist am Flughafen geboren worden. Deswegen fühlen wir uns als Flughafenverein auch für sie verantwortlich”, erklärt Bihler. Die 5000 Euro sollen ein Anfang sein. Der Verein übernimmt eine Patenschaft für die Kleine - Dauer und Geld spielen erst mal keine Rolle. Und: Der Verein, der seit der Gründung 1996 drei Millionen Euro Spendengelder gesammelt und vergeben hat, will nicht nur Franziska helfen.

Findelkind Franziska - der Fall ist einzigartig

Der Fall ist einzigartig. In der Uniklinik werden jedoch viele Mädchen und Buben behandelt, die lebensbedrohlich erkrankt sind, die schwerste Verletzungen beziehungsweise Verbrennungen erlitten haben. Oder die daheim massiv misshandelt oder gar sexuell missbraucht wurden. “Wir sind die letzte Wiese”, meint Klein. Um ihn herum sind hervorragende Kinderfachärzte und hoch motivierte Pfleger. Doch Medizin allein macht die kleinen Kämpfer nicht gesund. “Bei aller Spezialmedizin, die psychosoziale Begleitung kommt leider oft zu kurz. Dabei ist die nicht minder wichtig.”

Kinder und Familien müssten angeleitet werden, mit den Folgen von Krankheit und Verletzung buchstäblich zu leben lernen. “Dazu gehört auch das Wissen, an wen sich Familien wenden können, und wer ihnen hilft”, sagt Klein. Dann seien Eltern ihren Kindern die größtmögliche und liebevollste Hilfe.

Doch dafür fehlen die Mittel, von Staat und Kassen gibt es kaum was. Ohne Spenden geht so gut wie nichts. Fatal, meint der Ärztliche Direktor. “Der Fall Franziska zeigt doch, was alles hätte verhindert werden können, wenn die Mutter rechtzeitig Hilfe angenommen hätte.”

Hier können Sie spenden für Findelkind Franziska

In diese Lücke springt nun der Flughafenverein. Für Franziska und all die anderen kleinen Kämpfer wurde ein Sonderkonto eingerichtet: 

Findlingskind Franziska 

IBAN: DE95 7005 1995 0020 3419 47 

BIC: BYLADEM1ERD Sparkasse Erding – Dorfen. 

Jeder Euro kommt ohne Abzug an, Spendenquittungen können angefordert werden. Infos im Internet unter www.flughafenverein.de

Auch interessant

Meistgelesen

Hohenlindenerin kämpft mit weichen Bandagen
Hohenlindenerin kämpft mit weichen Bandagen
Münchner Wirt übernimmt Traditionsgaststätte
Münchner Wirt übernimmt Traditionsgaststätte
Schwerer Unfall auf der Flughafentangente: Skoda kracht in Mercedes 
Schwerer Unfall auf der Flughafentangente: Skoda kracht in Mercedes 
Supermarkt stellt diesen ganz besonderen Kühlschrank auf - und wird dafür gefeiert
Supermarkt stellt diesen ganz besonderen Kühlschrank auf - und wird dafür gefeiert

Kommentare