Fixieren am Bett ist Freiheitsentzug

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In vielen Seniorenheimen werden ältere Menschen an ihre Betten gefesselt.

München - Dass ältere Menschen in Seniorenheimen an ihre Betten gefesselt werden, ist leider gängige Praxis. Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer setzt sich dagegen zur Wehr.

Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) lehnt es strikt ab, alte Menschen zum Schutz vor Stürzen festzuschnallen. „Freiheitsentziehende Maßnahmen sind in der Altenpflege leider immer wieder traurige Realität“, sagte die Politikerin nach Ministeriumsangaben gestern.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie würden deutschlandweit bis zu zehn Prozent aller Pflegeheimbewohner mit Gurtsystemen fixiert. Auch die Rollstuhlbremse festzustellen, zähle als Freiheitsentzug. Mit einer Kampagne namens „Eure Sorge fesselt mich“ will die Ministerin zum Tag gegen Diskriminierung und Misshandlung alter Menschen am heutigen Mittwoch verdeutlichen, dass Fixierungen oder ruhigstellende Medikamente keine Mittel der Wahl sind. Es gebe vielfältige andere Wege.

Die Kampagne und eine zugehörige DVD zeigten, dass freiheitsentziehende Maßnahmen nie alternativlos seien. Bereits einfache Lösungen wie Antirutsch-Sitzauflagen könnten sie entbehrlich machen. „Moderne Pflege muss gewährleisten, dass auch hilfsbedürftige Menschen ohne Freiheitsbeschränkungen und damit würdevoll gepflegt werden.“

tz

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