Blindgänger gefunden

Entwarnung in Ismaning: Bombe abtransportiert

Nach dem Fund des Blindgängers wurden mehrere Straßen gesperrt, wie hier an der Fraunhoferstraße in Ismaning.

Ismaning - Schon wieder ein Blindgänger! Die Fliegerbombe im Gewerbegebiet bei Ismaning hat ein Verkehrschaos im Münchner Norden verursacht. Doch die Ausgrabung der Bombe zeigte: Der Blindgänger war gar nicht scharf.

Der Blindgänger, der am Montagnachmittag in Ismaning gefunden wurde, hielt die Einsatzkräfte bis in den späten Montagabend in Atem: Erst als die Fliegerbombe gegen 22 Uhr ausgegraben worden war, zeigte sich: Der mechanische Zünder war nie aktiviert worden. Die nicht scharfe Bombe konnte deshalb laut Polizeisprecher Sven Müller problemlos abtransportiert werden, und die evakuierten Menschen durften wieder zurück in ihre Wohnungen.

Zuvor war ein Gefahrenradius von 500 Metern um die Fundstelle geräumt und die Bombe ausgegraben worden. Seit 20.30 Uhr war wegen der Vorbereitungen der Entschärfung auch der Streckenabschnitt der S8 zwischen Ismaning und Hallbergmoos gesperrt worden. Doch um kurz nach 22 Uhr war die Sperrung wieder aufgehoben worden. 

Der eingerichtete Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen Ismaning und dem Flughafen sollte aufgrund einer Baustelle bis 4 Uhr am Dienstagmorgen bestehen bleiben. Erst dann sollte die S8 wieder auf dem Regelweg fahren. 

Gegen 17.30 Uhr mussten bereits die Bundesstraße 471, die Nord-Süd-Verbindung durch den Landkreis, und die B 388, die Richtung Erding führt, gesperrt werden. Auch hier läuft der Verkehr seit kurz nach 22 Uhr wieder.

Bei Bauarbeiten im Gewerbegebiet Am Lenzenfleck war ein Trupp am Montagnachmittag auf den lebensgefährlichen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gestoßen, eine 250-Kilo-Bombe. Ein Sprengmeister der Firma Tauber Kampfmittelbeseitigung rückte an, um die Bombe zu entschärfen.

Der Fundort der Bombe liegt ganz im Norden, am Ortsrand von Ismaning. So mussten kaum Wohnhäuser geräumt werden. Rund 20 Anwohner waren betroffen. Die Polizei evakuierte auch Firmengebäude in einem Radius von 500 Metern um die Fundstelle. Um 19.30 Uhr versammelte sich ein Krisenstab aus Kampfmittelexperten, Polizei, Feuerwehr und Bürgermeister Alexander Greulich zur abschließenden Lagebesprechung im Feuerwehrhaus.

Nach der Krisenbesprechung telefonierte Bürgermeister Alexander Greulich mit dem Münchner Merkur: Die Gemeinde hat im Rathaus ein Bürgertelefon eingerichtet, unter Tel. 089/960 90 00.

Zehn Ismaninger, die ihre Häuser räumen mussten, haben Unterschlupf in der Hainhalle gefunden. Der Sportpark wurde geräumt.

Die Feuerwehr Ismaning, zunächst mit 40 Mann im Einsatz, wollte noch auf 100 aufstocken. Die Polizei hatte 50 Beamte im Einsatz. „Wenn wir Glück haben, ist es wieder ein mechanischer Zünder wie 2012“, sagte Alexander Greulich. Chemische Zünder sind gefährlicher.

Schon nach einem Bombenfund im September 2012 Am Lenzenfleck nahe dem Sportpark war der Verdacht aufgekommen, dass dort noch mehr Blindgänger liegen könnten. Schatzsucher waren dort vor gut zwei Jahren auf eine 250-Kilo-Bombe gestoßen. 75 Menschen mussten ihre Wohnungen räumen, bis die Bombe entschärft war. Die war Jahrzehnte im Kartoffelacker von Hans Soller verborgen – in nur 50 Zentimeter Tiefe. Der Landwirt hatte dort 30 Jahre lang geackert. Zum Glück nur 30 Zentimeter tief.

mm/Günter Hiel

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