Nach Blindgänger-Fund in Ismaning 

Fliegerbombe: Gemeinde kündigt Untersuchung an

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Großeinsatz in Ismaning: Wie sich am Ende herausstellte, war die Bombe jedoch nicht scharf. 

Ismaning - Schon wieder hat ein Blindgänger in Ismaning für Chaos gesorgt. Die Fliegerbombe lag weniger als hundert Meter vom Fundort der Bombe entfernt, die ein Hobby-Schatzsucher aus England im August 2012 entdeckte. Die Gemeinde kündigt Untersuchungen an.

Am Montagabend gegen 22 Uhr gab der Kampfmittelräumdienst Entwarnung: Der Blindgänger, den Bauarbeiter am Montagnachmittag im Gewerbegebiet Am Lenzenfleck in Ismaning ausgegraben hatten, war nie aktiviert worden. Es ist bereits die zweite Bombe, die auf dem Feld gefunden wurde.

In der Folge hatte die Gemeinde das Areal auf weitere Blindgänger untersuchen lassen. Wie kann es sein, dass die Experten die 250-Kilo-Bombe übersehen haben?

Bürgermeister Alexander Greulich erklärt, dass genau an jenem Fleck bis vor kurzem ein Lager gestanden habe. „Das hat die Suche in diesem Bereich behindert.“ Trotzdem werde er der Sache nachgehen, verspricht der Bürgermeister.

Überhaupt sei alles sehr routiniert abgelaufen, heißt es aus dem Rathaus: Wie vor zwei Jahren hat die Gemeinde auch am Montagabend ein Bürgertelefon eingerichtet – die Nachfrage war im Vergleich zu 2012 aber gering, berichtet Andreas Hobmeier, geschäftsleitender Beamter. Nur etwa 30 bis 40 Anfragen seien eingegangen, 2012 waren es über 200. Die meisten Anrufer hätten sich über die Verkehrssituation informiert, von Sorgen oder gar Panik keine Spur. „Das hat sicher auch damit zu tun, dass die Polizei die Menschen heute in Echtzeit über Twitter und Facebook informiert“, sagt Hobmeier. Außerdem habe der Kampfmittelräumdienst die Bergung am Montag sehr zügig durchgeführt, viele Bürger hätten bis gar nichts mitbekommen von der Bombe.

Bis auf diejenigen, die mit dem Auto oder der S-Bahn unterwegs waren: innerhalb des 500-Meter-Radius um den Fundort waren ab 17 Uhr die Bundesstraßen 471 und 388 gesperrt, die Linie der S 8 war ab 20.40 Uhr stillgelegt. Nach Ende des Einsatzes, gegen 22 Uhr, hob die Polizei die Sperrungen auf.

Obwohl die Fliegerbombe nicht scharf war – der mechanische Zünder war beim Abwurf nicht entsichert worden – war das Aufgebot an Einsatzkräften enorm: so war die Münchner Polizei mit etwa 50 Beamten im Einsatz, die Feuerwehren Imaning, Garching und Aschheim mit 100 Mann, außerdem Kräfte der Bundespolizei und etliche Sanitäter. Ob sie bald wieder anrücken müssen, ist nicht unwahrscheinlich: Die Zahl der unentdeckten Blindgänger wird bundesweit auf etwa 100 000 geschätzt.

Stephanie Dahlem

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