Aufatmen im Fünf-Seen-Land

Flüge aus Erding dürfen nicht verlagert werden

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Der Fluglärm im Erdinger Moos bleibt.

Erding - Der Fluglärm bleibt im Erdinger Moos! Landrat Martin Bayerstorfer ist mit seinem Antrag gescheitert, kleinere Flugzeuge von Erding nach Oberpfaffenhofen umzuleiten. Vor allem die Stadt München sowie die Landkreise Starnberg und Fürstenfeldbruck leisten Widerstand.

Die dritte Startbahn am Flughafen München überflüssig machen, indem vor allem kleinere Flugzeuge ins Fünf- Seen-Land dirigiert werden, das ist die Strategie von Martin Bayerstorfer. Die Öffnung des Werk- und Sonderflughafens im Münchner Süden will der CSU-Kreisvorsitzende im neuen Landesentwicklungsprogramm (LEP) eintragen lassen. Doch das Ansinnen scheiterte am Dienstag im Planungsausschuss des Regionalen Planungsverbandes (RPV) mit einer 8:17-Abstimmungsniederlage recht deutlich.

Im Sitzungssaal des Münchner Rathauses bekamen Erdings Oberbürgermeister Max Gotz in Vertretung Bayerstorfers sowie Landrat Fritz Steinberger die Übermacht der Landeshauptstadt mit Unterstützung aus Fürstenfeldbruck und Starnberg zu spüren. Zustimmung bekamen die Erdinger hingegen aus Freising, Ebersberg und Dachau.

Zuvor hatte Gotz für das Erdinger Ansinnen geworben: „Wir wollen mit dem Antrag um Verständnis werben, die gesamte Region sollte sich hier geschlossen zeigen.“ Die Belastung rund um den Flughafen sei „gewaltig und nicht mehr zu steigern“. Deshalb wolle man „jede Chance nutzen, die sich uns bietet“.

Starnbergs Landrat Karl Roth erklärte: „Ich habe vollstes Verständnis für den Erdinger Antrag.“ Er erinnerte aber an die Belastung seiner Heimatregion, die seit dem Verwaltungsgerichtsurteil vom August 2012, den Flughafen in Oberpfaffenhofen für Private zu öffnen und jährlich 9725 zusätzliche Geschäftsflüge zuzulassen, „deutlich gewachsen ist“. Roth verwies auf eine druckfrische Resolution der Gemeinde Gilching, die gleichfalls gegen jede Ausweitung der Start- und Landekontingente sei. Bürgermeister Manfred Walter wirft Bayerstorfer „unschlüssige Argumentation“ vor. In gleicher Weise äußerte sich Fürstenfeldbrucks Vize-Landrat Peter Braun. Er sei nur bereit, über die Thematik zu reden, „wenn es um den Luftverkehr in ganz Süddeutschland geht, also mit Nürnberg und Augsburg“.

Schützenhilfe bekam Erding durch Freisings stellvertretenden Kreischef Johann Stegmair, der anders als die Gegner der Verlagerung „durch den Ausgang des Bürgerentscheids gegen die dritte Startbahn eine ganz neue, noch nicht diskutierte Ausgangslage“ sah. So wertete es auch der Münchner Stadtrat Michael Mattar: „Wir müssen das Thema offen halten, insbesondere weil die Kapazitäten des Münchner Flughafens mittelfristig begrenzt sind“.

Sein Ratskollege Josef Assal konterte kühl: „Wir werden es nicht akzeptieren, dass die dritte Startbahn nun nach Oberpfaffenhofen verlegt wird.“ Das erzürnte Gotz sichtlich: „Die Landeshauptstadt erwartet immer das Entgegenkommen der Region, etwa beim Wohnungsbau. Wenn es so weitergeht, können sie sich das künftig getrost sparen“, giftete der OB.

Hans Moritz

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