Flughafen: 2010 ist das Jahr der Rekorde

Flughafen - Die Flughafen München GmbH begleicht ihre Altzinsen bei den Gesellschaftern und stellt neue Mitarbeiter ein. Zudem gab es noch nie so viele Fluggäste wie 2010.

Mit 154 Millionen Euro will die Flughafen München GmbH (FMG) die kompletten Altzinsen aus dem noch 429 Millionen Euro schweren Gesellschafterdarlehen begleichen. Das kündigte Flughafenchef Michael Kerkloh gestern bei der Pressekonferenz zur Jahresbilanz 2010 an. Die FMG weist Gesamterlöse in Höhe von 850 Millionen Euro aus und verwende für die Zahlung den Jahresüberschuss von 125 Millionen. Kerkloh sprach vom „mit Abstand besten Ergebnis, das wir in der FMG jeweils hatten“.

Ohnehin sei 2010 das Jahr der Rekorde. Wie bereits berichtet, verzeichnete der Münchner Airport mit 34,7 Millione Passagieren das höchste Fluggastaufkommen aller Zeiten, obwohl noch nie so viele Flüge gestrichen werden mussten. 15 000 Starts und Landungen waren dem Winter, dem Pilotenstreik und der Aschewolke zum Opfer gefallen. Das sind 11 000 mehr als im Vorjahr. Dennoch flogen zwei Millionen Pasagiere mehr als vergangenes Jahr vom Moos-Airport ab. Diese Steigerung von 6,2 Prozent liege deutlich über dem europäischen Schnitt (4,2 Prozent). „Nur Istanbul, Rom und Barcelona verbuchten noch höhere Zuwächse“, sagte Kerkloh. Dem Fluggast-aufkommen nach rangiert München wie im Vorjahr wieder auf Rang 7 innerhalb der Top Ten Europas. Als Wachstumstreiber nannte Kerkloh den Langstreckenverkehr mit einem Passagierplus von 16 Prozent. Im Europa- und Nordafrikaverkehr waren es laut Kerkloh sechs, im innerdeutschen Verkehr 0,7 Prozent mehr Fluggäste. 

Für das laufende Jahr rechnet Kerkloh mit weiteren Zuwächsen. „Mindestens fünf bis sechs Prozent“ würden es sein, vermutet Kerkloh, der auch bei der seit Jahren stagnierenden Zahl der Flugbewegungen eine Kehrtwende erkannt haben will. Die Lufthansa habe nun die Flottenumstellung beendet. „Nun wird der erhöhte Bedarf nicht mehr ausschließlich durch größere Fluggeräte, sondern auch durch mehr Flüge abgedeckt werden“, sagte Kerkloh und verwies auf das aktuelle Januar-Ergebnis mit 14 Prozent mehr Flügen und einem Passagierplus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. 

Der Bau des neuen Terminals und einer dritten Startbahn, die zu mindestens einem Drittel aus dem Cashflow und zu zwei Drittel aus Bankdarlehen finanziert werden, bezeichnete Kerkloh als Qualitätsvorteile. Diese würden München im Wettbewerb mit anderen Drehkreuzen langfristig Marktanteile bringen. 

Schon kurzfristig wird sich die Personalsituation bei der FMG ämdern. Rund 250 bis 300 Mitarbeiter sollen heuer neu eingestellt werden, kündigte Kerkloh an und erinnerte daran, dass vergangenes Jahr ein Drittel der 7500 FMG-Mitarbeiter gerettet wurden, weil der konzerneigene Bodenverkehrsdienst vor dem Aus stand. Die erfolgreiche Unmstrukturierung sei für die wirtschaftliche Entwicklung der FMG von noch größerer Entwicklung als der positive Jahresabschluss, der insbesondere den Bund, den Freistaat und die Stadt München freuen dürfte. Jetzt ist das Gesellschafterdarlehen in Höhe von 492 Millionen Euro offen sowie dafür jährlich anfallenden Zinsen, die FMG-Geschäftsführer Thomas Weyer auf jährlich „20 bis 25 Millionen Euro“ bezifferte. Im Jahr 2006 hatte die FMG bereits 784 Millionen Euro zurückbezahlt.  

Dieter Priglmeir

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