23-Jährige jetzt in Untersuchungshaft

Flughafen-Baby: Katze führte zur Festnahme der Mutter!

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Die junge Mutter arbeitete drei Monate als Au-Pair in Dubai. Auf dem Heimflug mit der Lufthansa-Maschine fungierte sie als Patin für eine sehr seltene und teure Mau-Katze. Bei der Übergabe an einen Münchner wirkte die 23-Jährige „nervlich angespannt“.

München - Der Fall Franziska ist geklärt: Die Polizei hat die Mutter des Findelkinds vom Flughafen gefasst! Ein Zeuge gab den entscheidenden Hinweis auf die 23-Jährige aus Heidenheim.

Wie der Erdinger Anzeiger berichtet, war sie kurz vor der Geburt mit einer Lufthansa-Maschine aus Dubai im Erdinger Moos gelandet.

Die unfassbare Geschichte begann am 30. Juli: Damals entdeckte eine Passantin das Baby in einem Parkhaus. Es steckte in einer Toilettenschüssel! Mehr als eine Woche lief die Fahndung der Erdinger Kripo auf Hochtouren – am vergangenen Donnerstag dann der Zugriff: Inzwischen sitzt die junge Mutter in Untersuchungshaft.

Ein Katzenliebhaber brachte die Ermittler auf die richtige Spur: Der Mann teilte mit, dass er aus Dubai eine ägyptische Mau-Katze nach München transportieren ließ – ein seltene und sehr teure Gattung. Das Tier sollte nicht alleine reisen, also wurde eine Katzenpatin engagiert. Diese Aufgabe übernahm die hochschwangere Frau. Nach tz-Informationen hielt sich die Heidenheimerin zuletzt drei Monate als Au-Pair-Mädchen bei einer Gastfamilie in dem Wüstenstaat auf.

Die Übergabe am Flughafen kam dem Münchner merkwürdig vor. Die junge Frau sei nervlich angespannt gewesen, berichtete er jetzt den Kriminalern. Nachdem er sie darauf angesprochen hatte, sagte sie lediglich: „Das waren die Flugturbulenzen. Es ist nichts Ernstes.“ Tatsächlich brachte die 23-Jährige türkischer Abstammung nur wenige Minuten später die kleine Franziska zur Welt und machte sich aus dem Staub.

Die Frau befand sich an Bord eines Airbus A 300-300 der Lufthansa. Der Direktflug mit der Nummer LH 639 findet täglich statt. Lufthansa steuert das Terminal 2 an. Von dort hatte die die Frau keinen weiten Weg zum direkt benachbarten Großparkhaus P20. Die Geburt fand in der Damentoilette auf Ebene 3 statt – das ist die Ankunftsetage. Gegen 15.30 Uhr wurde das Baby von der Passantin entdeckt.

Ein Polizeiabsperrband hängt am Flughafen München vor einer Toilette. Hier war das Baby Ende Juli entdeckt worden.

Von ihren Eltern, bei denen sie lebt, ließ sich die junge Mutter am gleichen Nachmittag abholen und nach Hause bringen. Ob die von der Entbindung wussten, muss noch ermittelt werden. Der Haftbefehl wurde wegen versuchter Tötung erlassen. Denn wäre Franziska nur ein wenig später gefunden worden, hätte sie die Unterkühlung in der Toilette vermutlich nicht überlebt. Beim Auffinden galt der Zustand des Mädchens als kritisch.

In ersten Vernehmungen bestritt die junge Mutter den Tatvorwurf. Sie leugnete sogar die Schwangerschaft. Doch dabei ist sie bereits der Lüge überführt. Am Dienstag kam nämlich das Ergebnis des DNA-Abgleichs von Mutter und Tochter: eindeutige Übereinstimmung!

Aufgrund der Schwere der Vorwürfe ist derzeit nicht absehbar, ob die Mutter das Kind jemals zurückbekommt. Für Franziska wurde bereits ein Vormund bestimmt, federführend ist das Jugendamt der Stadt München.

Franziska wird noch immer auf der Intensivstation der Haunerschen Kinderklinik behandelt. Die Ärzte beschreiben den Zustand des Mädchens als „überraschend gut“. Sie entwickle sich altersgerecht. Allerdings kann noch niemand sagen, ob sie nicht doch bleibende Schäden davontragen wird.

Die am Wochenende gestartete Spendenaktion des Flughafenvereins mit dem Erdinger Anzeiger für Franziska und andere bedürftige Kinder im Haunerschen Spital läuft weiter. Die Aufruf sei ein großer Erfolg, viele würden Anteil nehmen, so Vorsitzender Thomas Bihler.

Hans Moritz

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