Seltsamer Geruch: Airbus muss in München landen

München - Ein Airbus A321 der Lufthansa hat am Samstagnachmittag außerplanmäßig auf dem Münchner Flughafen landen müssen. Der Grund: Ein verdächtiger Geruch in der Passagier-Kabine. 

Schon wieder musste ein Pilot wegen eines verdächtigen Geruchs den Reiseplan ändern: Eine Maschine der Lufthansa ist außerplanmäßig auf dem Münchner Flughafen gelandet. In der Passagierkabine sei am Samstag ein ungewöhnlichen Geruch festgestellt worden, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Deshalb habe sich der Pilot vorsichtshalber zu einer Sicherheitslandung entschieden. Experten hätten festgestellt, dass der Geruch nicht vom Triebwerk oder von einem anderen Flugzeugteil kam, sondern von einer Ladung im Frachtraum. Der Airbus A321 mit mehr als 190 Menschen an Bord war auf dem Weg von Frankfurt nach Istanbul.

Unklar war zunächst, um welches Frachtstück es sich handelte und was genau den undefinierbaren Geruch ausgelöst hatte, so der Sprecher. Klar sei nur, dass der Geruch nicht von den Gepäckstücken der Passagiere gekommen sei.

Die Maschine hatte 187 Passagiere und 7 Besatzungsmitglieder an Bord. Alle Passagiere wurden den Angaben zufolge ärztlich untersucht und sind wohlauf. Sie konnten ihre Reise drei Stunden später mit einer Ersatzmaschine fortsetzen.

Nach wiederholten Vorfällen mit verschmutzter Luft in Flugzeugkabinen sind Flugreisende zurzeit besonders sensibilisiert. Kürzlich war bekannt geworden, dass 2010 giftige Dämpfe im Cockpit einer Maschine von Germanwings, der Billigflug-Tochter der Lufthansa, zu einer gefährlichen Situation geführt hatten. Dabei waren die Piloten fast ohnmächtig geworden. Anfang Oktober hatte ein Germanwings-Pilot wegen eines ungewöhnlichen Geruchs in der Passagierkabine den Start seiner Maschine vom sardinischen Flughafen Cagliari verschoben.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) warnte vor weiteren Zwischenfällen mit giftiger Kabinenluft. „In Deutschland ist die Anzahl der eingehenden Störungsmeldungen zum Thema Ölgeruch stetig gestiegen“, heißt es in einem Schreiben Ramsauers an EU-Verkehrskommissar Siim Kallas, das dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ vorliegt. „In den letzten fünf Jahren wurden insgesamt 74 Meldungen erfasst, wobei neun Fälle von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung als schwere Störungen eingestuft wurden“, schreibt Ramsauer laut „Spiegel“. Der Minister forderte, dass die EU-Kommission und die Europäische Agentur für Flugsicherheit das Problem lösen.

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dpa

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolfoto

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